Neue Musikbar Düsseldorfs neuer Treffpunkt: Schleuse Zwei im Bilker Bunker

Düsseldorf · Die Schleuse Zwei im Bilker Bunker ist ein Ort zum Musikhören und Anstoßen.

 Tobias Rösgen ist für das Programm verantwortlich.

Tobias Rösgen ist für das Programm verantwortlich.

Foto: Bretz, Andreas (abr)

Verzeihung, aber das ist ja wirklich ein Traum: ein Ort, an dem immer gute Musik läuft, an dem man Entdeckungen machen kann, und als wäre das nicht schon schön genug, gibt es dort noch nicht mal Handyempfang – herrlich. Die Schleuse Zwei im Bilker Bunker wurde nach sogenanntem Soft Opening im August offiziell im September eröffnet, und dennoch hört man die Leute schon allerorten davon schwärmen. Verabredungen finden immer häufiger dort statt, man kann sogar alleine hingehen, es ist immer gut, man trifft immer jemanden, und meistens bleibt man länger als gedacht. Tobias Rösgen ist für das Programm verantwortlich, und er wollte bewusst keinen Club schaffen, sondern ausdrücklich eine Musikbar. „Die bietet viel mehr“, sagt der 38-Jährige, denn: „Wir wollen Musik vielseitiger darstellen.“ Und so gibt es an einem Abend ein Konzert von Chogori, am anderen ein DJ-Set mit Dub-Musik, die zu vorgerückter Stunde und bei voller Tanzfläche in einen Remix von Human Leagues „Don’t You Want Me“ übergeht und in „Music“ von ESG. Es kann sein, dass man um 19.30 Uhr an einem Donnerstag ankommt und Techno hört, und wenn man das zweite Glas Wein an der Theke bestellt, fällt auf, dass nun Soul gespielt wird, und eigentlich möchte man immerzu alles shazamen. Wer noch nicht da war, sollte sich von der brutalistischen Kälte im Eingangsbereich nicht abschrecken lassen. Drinnen ist es auf minimalistische Weise geradezu heimelig, es herrscht Bar-Atmosphäre mit gedimmter Beleuchtung, und die Tanzfläche liegt direkt vor dem DJ-Pult. Man kann auf Sesseln an kleinen Tischen oder auf Lederpolstern an der Wand sitzen, man kann aber auch tanzen, einfach aufstehen und sich bewegen, das wirkt an diesem Ort intuitiv und selbstverständlich. Das Publikum ist keinem Milieu zuzuordnen, „wir haben Leute aus der Nachbarschaft ebenso wie Szeneleute“, sagt Rösgen.