Robert-Schumann-Saal Düsseldorf – Eine Saisonvorschau

Musik : Der Robert-Schumann-Saal – Eine Saisonvorschau

Mit im Programm ist wieder die beliebte Reihe „Zweiklang!“ mit Musik und Rezitationen von prominenten Schauspielern.

Die Reihen „ErstKlassik!“ und „Zweiklang!“ dominieren das Programm des Robert-Schumann-Saals. Der mit seiner Akustik, aber auch seinem aparten Innern – ganz in Holz gehalten – zu den schönsten Sälen dieser Art in der Region, wenn nicht sogar landesweit zu zählen ist. Die kommende Saison im Kunstpalast wartet erneut mit prominenten Namen auf, sowohl aus der Musikwelt, als auch mit Rezitatoren aus der Sphäre der Schauspielerei. Doch auch Gastveranstaltungen finden in dem Saal eine Heimat. Wir werfen einen näheren Blick auf das kommende Programm:

„ErstKlassik!“

Den Auftakt der Reihe, die sich nicht zuletzt dadurch auszeichnet, dass die eingeladenen Interpreten oft selbst durch Moderationen in ihr Programm einführen, macht am 28. Oktober der Sänger Vladimir Korneev. Begleitet vom Ensemble des Niederrhein Musikfestivals steht hier der Deutsche Chanson zwischen den Weltkriegen im Fokus: „Von Marlene Dietrich bis Fritz Kreisler“.

Am 26. Dezember widmet sich das Schumann Quartett gemeinsam mit dem Pianisten Benjamin Moser feinster Kammermusikliteratur von Mozart, Schubert und César Franck.

Vierhändige Klavierkunst gibt es am 27. Januar zu erleben. Mit Lucas und Arthur Jussen, die sich beim ihrem Auftritt einem explizit französischen Programm verschrieben haben. Gekrönt von einer vierhändigen Version von Strawinskys „Le Sacre du Printemps“.

Pianistisch pur wird es erneut am 10. Februar mit Severin von Eckardstein. Der Meerbuscher Pianist zählt zu den führenden deutschen Pianisten und präsentiert sich mit Beethoven, Schönberg und Brahms.

Am 24. März konzertieren zugleich vier Pianisten im Schumann-Saal. Joja Wendt, Axel Zwingenberger, Martin Tingvall und Sebastian Knauer spielen mit den Möglichkeiten ihres besonderen Konzertformats, das von Chopin bis hin zum Jazz reicht. Und fragen sich unter anderem: Wie klingt ein und dasselbe Stück, wenn es von vier Virtuosen aus unterschiedlichen Blickwinkeln interpretiert wird?

Ein Höhepunkt der Reihe wird gewiss das Konzert mit dem Klarinettisten Andreas Ottensamer. Der gefeierte Solist und Soloklarinettist der Berliner Philharmoniker wird gemeinsam mit dem Schumann Quartett Carl Maria von Webers Klarinettenquintett B-Dur op. 34 interpretieren. Bei dem Konzert am 7. April steht zudem auch Beethovens Streichquartett Nr. 15 auf dem Programm.

„Zweiklang! Wort und Musik“

Die Reihe „Zweiklang!“ lässt Literarisches auf Musik treffen und lädt hierbei nicht nur hervorragende Interpreten nach Düsseldorf, sondern auch namhafte Schauspieler wie etwa Sky du Mont. Dieser wird am 4. November gemeinsam mit dem Armida Quartett das Leben Casanovas beleuchten. Ergänzt durch Musik von Mozart und Haydn.

Am 11. November ist die Geigerin Franziska Hölscher gemeinsam mit Maria Schrader und der Pianistin Marianna Shirinyan zu Gast. Sie möchten in ihrem Programm dem 2016 verstorbenen Roger Willemsen gedenken. In Worten und musikalisch mit Bach, Bartók, Strauss und Ravel.

Am 2. Dezember ist erneut Mozart und Haydn im Fokus. Axel Milberg und Pianist Caspar Frantz lassen die Beziehung der beiden Musiker auf außergewöhnliche Weise wiederauferstehen. Mit ausgewählten Klavierstücken der beiden, die sich als „Briefe in Tönen“ begreifen lassen.

Bruno Ganz wiederum wird sich am 9. Dezember ganz der Magie des Orients verschreiben. Eine Reise, die sich an Mathias Énards preisgekröntem Roman „Kompass“ orientiert. Im wahrsten Sinne des Wortes. Hierzu gesellt sich musikalisch das Delian Quartett und schöpft aus einem breiten Repertoire aus allen Epochen.

Suzanne von Borsody liest am 16. Dezember aus Elke Heidenreichs Erzählband „Kolonien der Liebe“. „Erika, oder: Der verborgene Sinn des Lebens“ wird musikalisch umrahmt vom Trio Amanti della Musica.

Am 20. Januar kommt Elke Heidenreich selbst in den Kunstpalast. Zwischen vokalen Einschüben des Calmus Ensemble liest sie eigene Texte und aus Werken von Marcel Proust, Erich Kästner oder Ludwig Tieck. Bei „Nachtgedanken“ sollen schlaflos stimmende Gedanken im Mittelpunkt stehen.

Sehr Wienerisch wird es am 3. Februar. „Wiener G’schichten“ sind es, die Friedrich von Thun gemeinsam mit Akkordeonistin Maria Reiter nach Düsseldorf holen. Und diese Wiener Geschichten atmen den Geist der dortigen Kaffeehauskultur, die so viele Künstler inspiriert hat.

Am 17. März gibt sich Konrad Beikircher die Ehre und möchte bei dem Publikum Erinnerungen an die Kindheit wachrufen. Zusammen mit dem Pianisten Lars Vogt umspielen sie Bilder aus der Kindheit mit Musik von Schumann, Larcher oder auch Bartók: „Früher war bunter als jetzt“.

Jazz

Im Robert-Schumann-Saal hat aber auch Jazz ein Zuhause. Am 8. November kommt Sängerin Nina Graf alias Miu mit ihrer Band. Ihr Stil lässt sich am ehesten als eine Mischung aus Pop, Jazz und Soul bezeichnen. Doch prägend bei alledem ist ihre besonders gefärbte Stimme.

Unter dem neugierig machenden Titel „Original & Fälschung?“ steht am 24. Februar die Klarinette diesmal im Zentrum des neckischen Geschehens. Wenzel Fuchs wird begleitet vom Engstfeld/Weiss-Quartett und Yvonne Gesler, Klavier. Mit Wolfram Goertzs Moderation stellt man originale und verjazzte Kompositionen gegenüber.

„440Hz“

Diese Reihe mischt die Genres und öffnet die Grenzen zwischen klassischer Musik und anderen Klangwelten. Am 24. November erklingen Songs von Maxim im kammermusikalischen Gewand und am 16. Februar gehört die Bühne der Vielfalt der Schlagwerkliteratur.

„Talente Entdecken“

In dieser Reihe werden diesmal die Pianisten Nikita Mndoyants (7. November), Fabian Müller (31. Januar), Ivan Krpan (25. März) und Rachel Cheung (11. April) vorgestellt.

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