Psychoanalyse als Kunstprojekt im Tanzhaus

Kultur Kompakt : Psychoanalyse als Kunstprojekt im Tanzhaus

Clemens Krauss bittet zur Sitzung.

Psyche und Künste sind nicht selten aufs Engste miteinander verknüpft. Unsere Psyche beeinflusst die Kunst, die wir machen und Kunst kann und sollte sogar im Idealfall eindrücklich die Psyche des Betrachters auf diese oder jene Art berühren, affizieren. Der bildende Künstler Clemens Krauss treibt diese Verbindung indes wörtlich genommen auf die Spitze. Er hat 2017 eine sechsjährige Ausbildung zum Psychoanalytiker abgeschlossen und dies mit einem bewusst künstlerischem Hintergedanken, als Erweiterung seiner künstlerischen Praxis. Krauss betrachtet die Psychoanalyse als ein mediales Instrument und lädt interessierte Besucher nun zu einer individuellen Sitzung unter vier Augen. In Kooperation mit Kai 10, der Arthena Foundation, und dem Tanzhaus-NRW erwartet Krauss Menschen zu seinem performativ-partizipatorischen Projekt im Rahmen des „Hi Robot – das Mensch Maschine Festival“.

Die Themen dieser fünfzigminütigen Sitzungen im Tanzhaus sind vollkommen offen und werden von den Besuchern vorgegeben. Die Gespräche finden in einem speziellen – von außen nicht einsehbaren – Raum statt, zudem wird die Schweigepflicht gewahrt, heißt es ausdrücklich in der Ankündigung. Dennoch verarbeitet Krauss das im Gespräch Erlebte und spricht seine subjektiven Eindrücke am Ende jeden Tages in eine Kamera. Aus diesem Material ensteht unter Wahrung der Anonymität der Teilnehmer eine Videoarbeit, die ein kollektives Unbewusstes abbilden soll, in dem sich jeder Mensch anteilig wiederfinden können solle. Laki

Die ersten Sitzungen beginnen schon am Donnerstag. Das Projekt läuft bis zum 23. März. Weitere Informationen und Anmeldung zu den 50-minütigen Sitzungen online.

Mehr von Westdeutsche Zeitung