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Projekt: Ein Rekordjahr für Artig

Projekt: Ein Rekordjahr für Artig

150 Bewerber wollten mitmachen. 48 Projekte sind dabei.

Düsseldorf. Als die Initiative "Düsseldorf ist Artig" vor sechs Jahren als Plattform für junge kulturinteressierte Menschen ins Leben gerufen wurde, hatten die Organisatoren mit einigen Blindgängern zu kämpfen. Mit Bands, deren Mitglieder um die 40 waren und deren künstlerischer Beitrag darin bestand, Songs von Phil Collins zu covern.

"Solche Bewerbungen haben wir heute kaum noch", sagt Muna Zubi, die "Artig" seit einem Jahr leitet. Es hat sich herumgesprochen, dass die Teilnehmer jung sind und ihre kreative Kraft möglichst vielseitig sein sollte.

150 Bewerbungen (2009: 130) sind in diesem Jahr eingegangen, für 48 Projekte hat sich die Jury entschieden. Sie werden beim großen Festival vom 18. bis 21. November von den Jugendlichen und jungen Erwachsenen präsentiert.

"Wir hätten in diesem Jahr nur Leute nehmen können, die schon mit einem Fuß in der Akademie stehen", sagt Zubi. So gut seien die eingegangenen Unterlagen gewesen. "Aber wir wollen ja Potenziale finden und nicht immer nur auf Rennpferde setzen." Eben solche, die schon häufiger bei Artig mitgemacht haben.

Kann also gut sein, dass Mehrfachtäter auch mal verzichten müssen. Frust muss deswegen aber nicht aufkommen, denn es gilt: Wer eine Absage erhält, bekommt den Grund dafür gesagt und außerdem eine Alternative angeboten. "Wer möchte, kann an einer anderen Aufgabe bei uns mitarbeiten", sagt Zubi.

Etwa im Organisations-Team, als Pate für neue Teilnehmer oder als Unterstützung in Workshops. Niemand wird einfach so wieder nach Hause geschickt. Und niemand muss Überflieger-Qualitäten mitbringen. "Wir sind eine Plattform für junge Künstler, keine Talentschmiede", sagt Muna Zubi.

Viele Musiker, einige wenige Theatergruppen und Literaten machen aktuell mit und auffallend viele Tänzer. Erstmals jedoch ist die Hip-Hop-Fraktion in diesem Jahr nicht vertreten. "Die stärkste Gruppe kommt aus dem Modern Dance", sagt Zubi. Alle Teilnehmer erarbeiten mit Profis Choreographien, Musik- und Theaterstücke, die sie beim Festival im November vorstellen. Allerdings schwebt so manchem jungen Künstler gleich ein großes Spektakel vor.

"Einige Jugendliche möchten am liebsten mit einer großen Drehbühne, Nebelmaschine und Feuer auf der Bühne arbeiten", sagt Zubi. Das sei jedoch zu teuer und außerdem keine wirkliche Herausforderung an den Einfallsreichtum, den Artig seinen jungen Teilnehmern entlocken möchte.