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„Pretty Belinda“: Die bühnenreife Tonnengarde

„Pretty Belinda“: Die bühnenreife Tonnengarde

„Pretty Belinda“ gibt es in dieser Woche beim Klompetheater an der Hansaallee.

Düsseldorf. Die Tonnengarde ist kurz vor Beginn der närrischen Session besonders aktiv. Dann bittet sie ins Klompetheater. Am Mittwochabend legt sie eine perfekte Komödie auf die Bühne des Comenius-Gymnasiums. Dabei beweist sie, wie gut sie spielen kann. Im Gegensatz zu vielen Laienspielern sind diese Akteure im täglichen Leben nicht auf den Mund gefallen. Sie benehmen sich wie selbstverständlich auf der Bühne, die sie längst im Griff haben, finden doch dort auch die Karnevalssitzungen statt. Diesmal, bei „Pretty Belinda“, schien die Boulevardkomödie den acht Darstellern geradezu auf den Leib geschrieben. Auf der Bühne wie im Zuschauerraum genoss man geradezu die Turbulenzen des Stücks.

Alle Rollen sind perfekt besetzt. Die Männer wirken göttlich, die Frauen himmlisch. Die Allzweckwaffe aus dem Linksrheinischen, Karl Hans Danzeglocke, Präsident der Tonnengarde und als Studiendirektor am Comenius-Gymnasium u. a. für sämtliche Darbietungen des Nachwuchses verantwortlich, brilliert als ein „etwas anderer Friseur“. In leichter Schunkelstimmung umgarnt und verhohnepipelt er die drei Grazien Belinda, Maggy und Fiona. Mit seiner Blondhaarperücke und der knatschroten Hose, die er zuweilen mit einer Spitzenunterhose vertauscht, erhält er mehrmals Szenenapplaus. Leichtfüßig, immer augenzwinkernd steht er stets über der Situation.

Ihm zur Seite geben Uli Vornhof und Bernd Knappmeier zwei urkomische Typen, der eine ein törichter Fitnesstrainer, der andere ein leicht desorientierter Dessous-Verkäufer. Beide werden im Stück nicht auf ihre Kosten kommen.

Schade, dass der Text für das schöne Geschlecht nicht so gute Rollen bereithält. Für Ex-Venetia Anke Conti Mica ist das allerdings kein Problem. Sie muss mit ihren Freundinnen (Marina Müller-Klösel und Daniela Jülich) ein Verwöhnwochenende im Wellnesshotel „Villa Romantica“ verbringen. Dabei zieht sie mit gespieltem Charme die gesamte Gesundheits- und Fitnessindustrie durch den Kakao.

Die männlichen und weiblichen Dreiergruppen werden, wie es sich für eine Komödie gehört, in ihren Beziehungen zu- und gegeneinander tüchtig gestört. Der Antiheld, der als Liebhaber nach allen Seiten hin auftritt, ist Egon Kebben, erster Vorsitzender der Tonnengarde und Noch-Ehemann von Belinda. Natürlich hat er schon eine Neue, eine Karrierefrau (Claudia Monreal).

Das Ende wollen wir unseren Lesern nicht verraten.