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Philipshalle: Mehr als eine Punkrockband

Philipshalle: Mehr als eine Punkrockband

Social Distortion begeistern ihr Publikum. Die Fans singen alle Songs mit.

Düsseldorf. Social Distortion sind mehr als eine Punkrock-Band. Einflüsse von Blues, Country und Rock’n’Roll prägen seit dreißig Jahren ihren einzigartigen Stil und haben sie zur Legende gemacht.

In der fast ausverkauften Philipshalle beweisen sie, dass diverse Umbesetzungen, der tragische Unfalltod von Gitarrist Dennis Darnell und die Country-Soloprojekte von Frontmann Mike Ness nichts an dieser Einzigartigkeit geändert haben.

Mike Ness’ Haaransatz geht mittlerweile zwar in Richtung Stirnglatze, seine Performance hat dagegen nichts an Kraft verloren. Die Gitarre hängt soweit unten wie es gerade noch geht, die Stimme liegt vielleicht sogar noch ein wenig darunter.

Ab dem ersten Song brodelt die Halle, Fans lassen sich über die Menge hinweg tragen und Social Distortion haben sofort einen riesigen Backing-Chor. Es gibt zwar keine Überraschungen in Form neuer Songs vom schon lange erwarteten neuen Album, dafür alles von den alten: "Ball and Chain", "I was wrong", "Story of my life", "Don’t drag me down", "Mommy’s little Monster", die großartige Coverversion von "Ring of fire", kein Wunsch bleibt offen. Das Publikum - einige sind Fans seit den Band-Gründungstagen, andere augenscheinlich erst kurz nach Mike Ness’ erstem Drogenentzug geboren - es singt alles mit.

Bei Social Distortion sind es auch die Texte, die den großen Klassenunterschied zu anderen Punkbands ausmachen. Sie haben etwas zu sagen und beziehen Stellung zu dem, was in ihrem Leben und ihrem Land passiert. Mike Ness, der die Band 1979 mit 17 Jahren in Orange County/ Kalifornien, gegründet hat, ist ein "Last man standing", einer der ein Leben geführt hat, das für zehn andere gereicht hätte und der immer noch da ist. Nicht nur seine zahlreichen Tätowierungen erzählen davon, auch seine Songs.

Das Neumitglied Adam "Atom" Willard spielt eine großartige Gitarre, deren Sound über den Verlust von Darnell hinweg trösten kann, und Mike Ness ist einfach ein richtig guter Sänger, dessen Stimme die Ausflüge in den Country noch zusätzliches Profil verschafft haben. Ein absolut runder Abend, angefangen bei den sehr guten Vorbands The Black Sheep und The Gaslight Anthem bis hin zur letzten Social Distortion-Nummer.