Performance-Festival auf dem Golzheimer Friedhof in Düsseldorf

Kultur Kompakt : Performance-Festival auf dem Golzheimer Friedhof

Künstler wollen Tod und Sterben vom Tabu befreien.

Friedhöfe sind in unserer Gesellschaft mit einem Tabu behaftet. Tod und Sterben blenden wir in unserem Alltag meistens immer noch aus. Der Kulturwissenschaftler Thomas Macho hingegen appelliert dazu, mehr miteinander über unser Sterben reden. So würden wir nämlich unsere Sterblichkeit als etwas erfahren, das wir gemeinsam hätten. Da wir alle sterblich seien, müssten wir aufeinander achtgeben. “Das Tabu, das über das Reden vom Tod verhängt ist, muss aufgebrochen werden, damit wir zueinander finden“, sagte Macho einst in einem Interview.

Das Performance-Festival „Thresholds“ (zu deutsch: Grenze, Schwelle) setzt sich am 21. September künstlerisch mit Tod und Sterben auseinander, und zwar auf dem Golzheimer Friedhof. Der Grundgedanke: Zwischen Tradition, Aufklärung und finanziellem Pragmatismus sei der Umgang mit Trauer zwar kulturelle codiert, vor allem allerdings individuell geprägt. Damit blieben Art, Dauer, Länge und Umgang mit dem Verlust einzigartig. Die Künstler liefern acht sogenannte „performative Installationen“ auf dem Bestattungsplatz. Sie sollen auf unterschiedliche Weise auf die sichtbaren, aber auch verborgenen Facetten der letzten Ruhestätte reagieren: musikalisch, mit Inszenierungen oder indem sie Besucher miteinbeziehen. So soll die Viefalt der Rituale und kulturellen Unterschiede sichtbar gemacht werden.Veranstaltet wird „Thresholds“ vom Kunstverein „701“, Nadia Ismail kuratiert das Performance-Festival.

„Thresholds“ läuft von 14 bis 20 Uhr und findet bei jedem Wetter statt. Adresse: Fischerstraße. Weitere Informationen zum Tagesprogramm:

701kunst.de

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