Orgelfestival hat jetzt eine eigene Fanfare

Orgel : Orgelfestival hat jetzt eine eigene Fanfare

Bei der Eröffnung des IDO-Festivals mischten sich Bläserklänge mit Orgel. Für Düsseldorf wurde eigens eine Fanfare komponiert.

Fanfaren lassen aufhorchen. Als Erkennungsmelodie – im weitesten Sinne – sind sie so etwas wie eine Klang gewordene Überschrift, ein in Tönen gefasster großer Banner, der mit einer bestimmten Veranstaltung verknüpft ist. Haben sie manchmal auch einen etwas aus der Zeit gefallenen Beigeschmack, werden sie immer noch für so manches Ereignis komponiert.

Jetzt darf auch das IDO-Festival – das Internationale Düsseldorfer Orgelfestival – sich zur Reihe jener Veranstaltungen zählen, die eine eigens für sie komponierte Fanfare haben: Bei der Eröffnung des Festivals – man bezeichnet sich zurecht stolz als eines der größten Orgelfestivals der Welt – wurde Matthias Nagels Fanfare für das Festival zur Uraufführung gebracht. Doch nicht nur gespielt auf der Klais-Orgel von St. Franziskus-Xaverius durch Odilo Klasen. Die klangliche Wucht zusammengesetzt aus majestätisch aufgepeppten stereotypen Orgelmotiven wurde zusätzlich genährt durch über hundert Blechbläser, die sich vor dem Altarraum positioniert hatten. Geleitet durch Jörg Häusler spielte das Landesjugendposaunenorchester gemeinsam mit zahlreichen weiteren Bläsern aus ganz NRW im Zweiklang mit der Orgel.

Die Mischung bildet das Spektrum des Festivals gut ab

Akustisch ist es eine nicht zu unterschätzende Herausforderung, die weite Distanz zwischen Orgel und Bläser zu einem harmonischen Gesamtklang zu führen. Das bedeutet aber zugleich einen großen Reiz. Schon beeindruckend, wie sich der Blechbläserklang von vorne und der Orgelklang von hinten zu einer großen Mixtur unüberschaubarer Klangfarben zusammenfügt. Dies sorgte bei den 350 Besuchern des Konzertes für Begeisterung. Doch diese Mischung aus Orgel und Blech war nicht nur der Fanfare vorbehalten, die – in immer wechselnder Besetzung – von nun an vor allen größeren Konzerten des IDO-Festivals erklingen soll. Der gesamte Eröffnungsabend bot mal Posaunen und Blechbläserklang und Orgelklang im Wechsel und im Zusammenspiel. So etwa schon zu Beginn erneut mit Nagels Stück „Eröffnung“, gefolgt von Werken von Jens Uhlenhoff, César Franck, Faure, Dieter Wendel, Reger, Samuel S. Wesley oder auch Stefan Mays „Playford-Suite“ für zwei Bläserchöre und Orgel. Eine überaus stilistisch vielseitige Mischung also, die das musikalische Spektrum des Orgel-Festivals abbildete. Und diese Breite an Genres rund um das Instrument in all seiner Ausprägung zeichnet das Festival aus.

Bei den über 40 Konzerten des Festivals, das zwischen dem 28. September und dem 5. November in 20 Kirchen und zudem auch in der Black-Box, dem Kino des Filmmuseums, stattfindet, gibt es eben nicht nur traditionelle Orgelmusik zu hören. Wenngleich diese auch schon viel Faszination in sich trägt und in ihrer Vielfalt schon abwechslungsreich genug ist: Etwa gepaart mit Trompete in dem Konzert „Romantische Impressionen“ oder in Transkriptionen von Beethovens 5. Klavier- und Violinkonzert, bei dem die Orgel die Rolle des Orchesters übernimmt. Zahlreiche internationale Gäste wie Jean-Baptiste Robin oder Michał Markuszewski widmen sich den Düsseldorfer Orgeln und lassen ihre Möglichkeiten in interpretatorische Höhenflüge münden.

Das Festival bietet darüber hinaus Konzerte in den von den Veranstaltern „Modern“, „Jazz“, „Cross“ und sogar „Folk“ genannten Sparten. So gibt es Ausflüge in die Welt von ABBA, Queen, den Beatles oder nach Japan. Hammond-Orgel trifft auf Gitarre, Liedermacher gesellen sich zur Orgel und Percussion. Es wird improvisiert, gejazzt und experimentiert.

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