Orchester der Landesregierung spielt Kinderkonzert in Tonhalle

Tonhalle: Kinderkonzert mit Musik von einem anderen Stern

Das Orchester der Landesregierung bot symphonischen Klang für die ganze Familie.

Musik für die ganze Familie – was erstmal abgedroschen klingen mag wie ein Werbe-Slogan für ein Pop-Musical, ist bei den Kinderkonzerten des Orchesters der Landesregierung (OdL) wirklich eingelöstes Programm. Und das auf eine sehr sympathische Weise. Beim OdL – so die griffige Abkürzung für den Namen des Orchesters – gibt es im besten Sinne handgemachte Orchestermusik mit enthusiastischen Laienmusikerinnen und Laienmusikern. Geleitet von ihrem jungen und neuen Dirigenten Christian Ludwig, der auch für liebevolle Moderationen und Erläuterungen sorgte, stand bei dem diesjährigen Kinderkonzert alles im Zeichen der Sterne.

Nach dem Auftakt mit John Williams Filmmusik-Thema zu Superman sollte die wirklich von ganz vielen Kindern bevölkerte Tonhalle eine gute Stunde mit „himmlischen“ Klängen verzaubert werden. Das Orchester, mit viel Können geleitet von Ludwig, spielte mit großem Ton, schwungvoll, wenn man so möchte, und mit einer Leidenschaft, die vielleicht nur Laienorchestern zu eigen ist. Von Star Wars über E.T. bis hin zu einem verkürzten Ausschnitt aus dem Mars-Satz aus Gustav Holsts Planeten. Die Kinder wurden immer wieder pädagogisch wertvoll mit einbezogen, Ludwig fragte, ob und wer die Stücke erkannt hatte, es durfte bei Holst sogar mitgeklatscht werden. Erstaunlich, wie gut expressionistische Musiksprache bei Kindern funktioniert, wenn es sich um bekannte Filmmelodien handelt. Und Williams beherrscht nun wirklich die ganz große Palette an ausdrucksvoller postmoderner Eklektik. Aber – etwas um die Ecke gedacht – kamen auch zwei zum Thema passende Puccini-Arien auf das Programm. Stimmfest gesungen von Carlos Cardoso erklang „E lucevan le stelle“ – und es leuchteten die Sterne – aus Tosca und „Nessun dorma“ aus Turandot – das heißt niemand schlafe, also doch passend.

Ein schönes Konzert, war der Geräuschpegel im Publikum auch vielleicht ein wenig zu störend. Natürlich ist das bei einem Kinderkonzert nicht vermeidbar, doch fiel es hier besonders auf. Es gibt genügend Beispiele, wo es auch anders geht. Ein Konzert erfordert eine sensible Beziehung zwischen Musikern und Zuhörern. Dafür bedarf es der nötigen Aufmerksamkeit; das verstehen Kinder eigentlich für gewöhnlich auch. Das macht die Magie aus.

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