Open Source: Ein Festival wird (er)wachsen

Open Source: Ein Festival wird (er)wachsen

Am 25.Juli hoffen die Veranstalter auf 3000 Besucher. Tag- und Nachttickets sind fast ausverkauft.

Düsseldorf. Es klingt fast ein bisschen so, als hätte eine höhere Macht Philipp Maiburg, künstlerischer Leiter des Open Source Festivals, und seine Mitstreiter gezwungen, den nächsten Schritt zu wagen.

Weil der für 2009 vereinbarte Termin im Löricker Strandbad gleichzeitig mit einer Kölner Groß-Veranstaltung stattgefunden hätte und Maiburg diese Konkurrenz nicht wollte, stand das Festival für 2009 schon auf der Kippe.

Mit Hilfe der Stadt und einiger glücklicher Fügungen kam dann die Galopprennbahn im Grafenberger Wald ins Spiel. Und als dann mit dem 25. Juli der Termin feststand, gab es noch eine große Überraschung: Sowohl Tocotronic als auch Mike Skinner (The Streets) hatten Zeit.

Philipp Maiburg hatte plötzlich zwei Zugpferde und ein neues, größeres Gelände: "Wir wollen kein Wahnsinns-Festival mit der Brechstange erzwingen. Aber das ist eine schöne Entwicklung hin zu etwas Größerem."

Die Stadt Düsseldorf beteiligt sich mit knapp 50000 Euro am Open Source Festival, bezuschusst Miete und Reinigungskosten. "Und wir zahlen auch einen Teil der Honorare an die Düsseldorfer Künstler", sagt Petra Winkelmann, stellvertretende Kulturamtsleiterin. Sie möchte den Musik-Standort Düsseldorf neu beleben und schwärmt von den seligen Zeiten, als die Stadt mit der Band Kraftwerk zu einem Begriff der internationalen Musik-Szene wurde.

Der Musiknachwuchs der Stadt kann sich auf einer Talent-Bühne austoben - auch hier ist das Festival gewachsen, es gibt jetzt drei Bühnen. Außerdem bietet Open Source eine Plattform für Kunst und Mode. Düsseldorfer Galerien und Mode-Marken werden sich auf der Galopprennbahn präsentieren. Für Familien gibt es eine Kinderbetreuung.

In diesem Jahr soll auch das Wetter einem Erfolg nicht im Weg stehen. Nach den mäßigen Besucherzahlen im vorigen Jahr, auch wegen schlechter Witterung, freut sich Maiburg auf ein "regensicheres Festival". Vor der Hauptbühne, so schätzt er, könnten über 1000 Leute die Konzerte im Trockenen verfolgen. Die kleineren Auftritte und das Rahmenprogramm lassen sich notfalls auch in das Gebäude auf der Rennbahn verlegen.

Einen großen Wunsch für 2009 hat Philipp Maiburg: keine Verluste. Bislang haben er und seine Partner das Festival nicht nur ehrenamtlich organisiert, sie mussten auch immer Geld zuschießen. "Etwa 3000 Besucher bräuchten wir aus finanziellen Gründen schon." Und ausgelegt sei das Festival für mindestens 5000 Besucher.

Erfreuliche Nachrichten gebe es schon: Dank der beiden Haupt-Bands sei der Vorverkauf spürbar besser als in den vorigen Jahren. Die Veranstalter gehen davon aus, dass die 1300 Tag- und Nachttickets (siehe Kasten) bereits in der nächsten Woche ausverkauft sind.

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