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NRW-Forum: Abschied und Abwicklung

NRW-Forum: Abschied und Abwicklung

Petra Wenzel und Werner Lippert laden zum letzten Mal zu einer Ausstellung. Dann ist Schluss mit dem Team am Ehrenhof.

Düsseldorf. Zur ultimativ letzten Schau im NRW—Forum bitten die Macher des Hauses, Petra Wenzel und Werner Lippert. Die Ausstellung gilt dem Studio Job und dessen Mix aus Kunst und Design, tonnenschweren Objekten, versehen mit jenem Humor, den Lippert & Wenzel stets in ihre Projekte einfließen ließen.

So begrüßt ein grün patinierter, bronzener Herrscher mit Epauletten, auf denen Küchenschaben gegossen sind. Der Kerl trägt eine Diktatorenbrille, aber auch eine silbern funkelnde Schale in seinem offenen Gehirn. Über einem Schrank sitzt ein Clownskopf mit roter Nase, die man dreht, um den Schrank zu öffnen.

Die Schau, parallel zum grandiosen Fotorundblick „Foto A bis Z“, läuft bis zum 5. Januar. Was danach geschieht, erklärt Petra Wenzel: „Wir machen das Haus besenrein, übergeben es an die Stadt und nehmen zwei Monate Urlaub. Welches Projekt wir danach starten, wissen wir noch nicht.“ Die beiden haben allerdings auch ihre Project-Agentur im Rücken.

Die Abwicklung des Hauses ist dem Geschäftsführer Michael Bützer übertragen, der als Liquidator fungiert. „Ich bleibe bis März, mache die Jahresrechnung und die Abschlussbilanz.“ Nach seiner Pensionierung steht als zweiter Liquidator der Referent von Kulturdezernent Hans-Georg Lohe zur Stelle.

In der letzten Kuratoriumssitzung am Dienstag agierte Umweltdezernentin Helga Stulgies als Kuratoriumsvorsitzende, weil sich weder der Oberbürgermeister Dirk Elbers noch der Wirtschaftsminister Garrelt Duin zeigen wollten. Nachdem das Land die Kooperation mit der Stadt für Ende 2013 gekündigt hat und damit 763 000 Euro einspart, hatte niemand viel Lust, den Abgesang des Instituts zu begleiten.

Vier Kündigungen wurden ausgesprochen, sie gelten einem Malermeister und einem Meister für Radio- und Fernsehtechnik sowie zwei Kassiererinnen. Ob sie zu einem Hungerlohn bei der Servicegesellschaft des Museums Kunstpalast Unterschlupf finden und in einem Fall eine Gehaltseinbuße von mehr als 1000 Euro auf sich nehmen oder zu alten Konditionen weiter beschäftigt werden, ist unklar.

Selbst der Cafeteria im NRW-Forum wurde gekündigt, obwohl Giuseppe Fusco stets Leben ins Haus und auf die Terrasse gebracht hat. Er sagt: „Es lauert die Firma Dallmayr aus München, die schon im Kunstpalast sitzt und das Geld nach Bayern fließen lässt. Die Arbeitsstätte sollte doch einem Düsseldorfer Unternehmen zugutekommen.“

Die letzte Bilanz fällt toll aus: 70 000 Besucher kamen zur Kultfigur Bryan Adams als Fotokünstler. Die Mode des Tunesiers Azzedine Alaïa galt einem der wichtigsten Modeschöpfer und wurde von 20 000 Gästen angeschaut. Das „Foto A bis Z“ ist so gut besucht, dass man 30 000 bis 40 000 Besucher hochrechnet. Und Studio Job beginnt ja erst jetzt, so dass man mit „weit über 100 000 Gästen“ rechnet, so Wenzel.

Die Zukunft ist ungewiss. Neue Namen und neue Visionen sind nicht im Gespräch. So kann es 2014 ganz schön öde auf einr Ausstellungsfläche von immerhin 1500 Quadratmetern werden.