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Nouvelle Vague im Zakk: Neu verliebt in alte Songs

Nouvelle Vague im Zakk: Neu verliebt in alte Songs

Die französische Band Nouvelle Vague begeistert im Zakk.

Düsseldorf. Es ist ein gutes Gefühl, sich an die Zeiten zu erinnern, in denen große Bands wie die Elektro-Pioniere von Depeche Mode oder die Punk-Ikonen von The Clash die Musikszene bestimmt haben. Ähnlich ist einem am Mittwochabend im Zakk zumute, als die französische Coverband Nouvelle Vague die Bühne betritt, die auch in Deutschland längst eine treue Fangemeinde hat.

Zwar recyceln die Franzosen Musik vergangener Tage. Jedoch ist nichts davon angestaubt. Im Gegenteil. Das Publikum verliebt sich neu. Aus alten Hits wie „Master and Servant“ oder „Guns of Brixton“ zaubern die stimmgewaltigen Sängerinnen Nadeah Miranda und Mélanie Pain höchst lebendige Klangkunstwerke, die sie mit viel Witz präsentieren. Dabei ist der Start in den Abend mit der Taxi-Girl-Nummer „Je suis déjà parti“ eher klassisch.

Dann geht es ungeheuer energievoll weiter, als Nadeah Miranda das Wunderbach-Kunstwerk „Oublions l’Amérique“ vorträgt, das auf der Bühne zu einem der Höhepunkte des Abends wächst. Ebenso opulent fällt Mirandas Version von „Human Fly“ aus, die das Publikum höchst charmant in einen surrenden Fliegenchor verwandelt. Bei anderen Stücken, die Miranda mitten im Publikum performt, darf es dann auch schon mal provokant lasziv zugehen, ohne dass die Grenze zur platten Attitüde überschritten wird.

In Sachen Stimmungslage ist das anderthalbstündige Konzert vor und auf der Bühne ein Paradebeispiel. Irgendwo zwischen Janis-Joplin-Session, dem Crazy Horse und Punk-Cabaret bringen Pain und Miranda ihre Cover-Revue auf die Bühne und hauchen den Neufassungen unerwartet viel Leben ein. Überraschend ist auch die Tatsache, dass neben einigen Songs vom jüngsten Album „Couleur sur Paris“ doch viele alte Lieder auf dem Programm stehen.

Zu den besonderen Momenten zählt Pains eigenwillige Interpretation des Grauzone-Klassikers „Eisbär“, den die Sängerin mit herrlich französischem Akzent im Saal ausbreitet und der das Publikum zum großen Singkollektiv werden lässt.

Es ist die perfekte Auswahl der Songs aus den frühen 80er Jahren durch die Produzenten Marc Collin und Olivier Libaux, die diesen Abend in der Fichtenstraße zu einer besonderen Reise in die Vergangenheit machen. Sie wird durch die enorme Bühnenpräsenz der Sängerinnen bestimmt und macht die ungemütliche Januarnacht zu einem angenehmen Sommerabend.