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Düsseldorf: Nick Prokop entwirft interaktive Bilder zur Musik

Düsseldorf : Nick Prokop entwirft interaktive Bilder zur Musik

Der 34-Jährige hat am Institut für Musik und Medien studiert und gleichzeitig seine eigene Firma gegründet.

Düsseldorf. Wie ein Dirigent steht Nick Prokop (34) vor einem Fernsehmonitor und macht ausladende Arm- und Hand-Bewegungen. Durch diese Gestensteuerung lässt sich ein audiovisueller Rundflug über die Stadt Berlin unternehmen. „Trust your ears“ — „Trau deinen Ohren“ so heißt Nick Prokops junge Düsseldorfer Firma rund um Kultur-Shows. Produziert werden unter anderem kunstvolle Klang- und Bild-Installationen für Museen oder anspruchsvolle Präsentationen wie eben diese der Stadt Berlin für die Bewerbung zur Leichtathletik-EM 2018.

Prokop ist ein Absolvent des Instituts für Musik und Medien (IMM) der Robert-Schumann-Hochschule. Er und sein Bruder Clemens Prokop (41) gründeten das Unternehmen vor fünf Jahren. „Damals habe ich noch studiert“, sagt Nick Prokop. Und eigene Räume habe man noch nicht gehabt. Das sollte sich ändern.

Nach dem Abschluss des Studiums im Jahr 2010 sei man noch immer ohne Hauptsitz gewesen. „Wir waren viel unterwegs und haben vor Ort gearbeitet“, sagt der studierte Trompeter, der auf einige Semester am Salzburger Mozarteum noch sein Studium am IMM folgen ließ. Doch vor anderthalb Jahren konnte die Firma Räume an der Harkortstraße nahe dem Hauptbahnhof beziehen. Dort teilt sie sich Flächen mit dem Hightech-Sound-Studio von Prokops ehemaligem Dozenten Christian Zimmerli. „Wir sind aber noch immer viel draußen unterwegs“, sagt Prokop.

Die meisten Kunden hätten ihren Sitz in München oder der Schweiz. In der Schweiz lebe auch sein Bruder. „Der braucht die Berge“, erklärt der gebürtige Rosenheimer. Er sei nun aber dabei auch den Markt seiner Wahlheimat Düsseldorf zu bearbeiten.

In der aus Bayern stammenden Familie gebe es derweil jede Menge Künstler: Großvater Karl Prokop war Maler, ebenso wie ein Onkel; Vater Walther ist Komponist und Musiklehrer. „Durch meinen Vater habe ich ein offenes Ohr für zeitgenössische Musik und durch die anderen Verwandten zu den Bildern“, sagt Nick Prokop. Das Kunstschaffen ziehe sich wie ein roter Faden durch die Familie. „Mit all dem bin ich aufgewachsen, und darum gehören Bild und Musik für mich schon immer zusammen.“

Schon in der Jugend habe er den Wunsch verspürt klassischer Tonmeister zu werden und habe damals bereits Kontakt zum Bayerischen Rundfunk gesucht.

Heute fasziniere ihn vor allem, mit Filmmusik emotionale Wirkung zu erzeugen, wodurch Macht entstehe, Leute sogar zum Weinen zu bringen. Er selbst komponiere nur gelegentlich, sagt Prokop. In der Regel beauftrage er Komponisten, nach bestimmten Vorgaben Musik zu schreiben. Für seine Arbeit habe ihm das Studium am IMM viel wertvolles Rüstzeug mitgegeben, sagt er. „Von dort aus sind ja schon viele Karrieren gestartet — vom Film-Regisseur bis zum Komponisten oder Video-Künstler.“

Er selbst habe am Institut vor allem die Methodik gelernt, bestimmte Dinge anzufassen, ebenso interdisziplinär mit Designern zusammenzuarbeiten. Kreativ werden müsse aber jeder dennoch alleine. „Das Studium hat mich auch gezwungen, meine eigene künstlerische Identität zu entfalten.“

An vielen Orten können Leute Prokops Installationen bewundern, beispielsweise im Wiener „Haus der Musik“. Dort hat er Bilder eines Wiener Künstlers mit Klang-Landschaften kombiniert. Der Betrachter kann vor einem Monitor durch Bewegungen Bilder und Klänge variieren. „Kinder können das am besten“, sagt Prokop. Die würden regelrecht vor der Installation herum turnen. „Ich finde es klasse, dass Kinder reifer sind für diese Installation.“