New Fall: Junges Musik-Festival mit viel Erfolg

New Fall: Junges Musik-Festival mit viel Erfolg

Das New Fall Festival hat sich innerhalb weniger Jahre einen großartigen Ruf erspielt. Das liegt vor allem am Konzept — und der Musik.

Düsseldorf. Drei Jahre ist das New Fall Festival gerade mal alt. Und dafür schon ganz schön gefestigt. In kürzester Zeit wurde aus der kühnen Idee, hochwertige Popmusik in Sälen der Hochkultur zu präsentieren, ein Festival, dessen Popularität weit über Düsseldorf hinaus strahlt. Das liegt vor allem daran, dass das New Fall Festival eben nicht das x-te Marktplatz-Festival sein möchte, sondern seine Klasse im Besonderen begründet.

Auch der Festival-Auftakt am Donnerstag, 31. Oktober, wird so ein besonderer Abend. Dann spielt der französische Künstler Woodkid seinen pompösen Pop zusammen mit dem Jugendsinfonieorchester in der Tonhalle. Natürlich ist der Abend schon seit langem ausverkauft. Ebenso wie die Konzerte von Element of Crime und der jungen Chartstürmerin Birdy aus England.

Das New Fall hält aber weitere Schmankerl bereit. Voraussetzung für deren Genuss ist stets ein etwas weiter gefasster Begriff von Musik als das Formatradio ihn oft vermittelt. Denn beim New Fall wird manchmal eben auch Sperriges geboten — nichts zum Nebenher- sondern zum Zuhören. Zum Beispiel die Diskurs-Rocker Tocotronic (2. November, Tonhalle), in den 90ern Mitbegründer der sogenannten Hamburger Schule. Verkopfter Indie-Rock, der auf Konzerten derzeit mit Stockhausens „Gesang der Jünglinge“ eröffnet wird und dessen Texte auch mal Bezug auf den Schriftsteller und Philosoph Albert Camus nehmen.

Oder Billy Bragg (2. November, Schumann-Saal) — genauso eine Institution des Musikgeschäfts. Der 55-Jährige ist Punk-Veteran, Singer/Songwriter und musikalischer Nachlassverwalter des großartigen Woody Guthry. Guthry wiederum war einer der ersten politischen Liedermacher Amerikas — Gesellschaftskritik seit jeher auch Braggs Antrieb.

Der handgemachten Musik hat sich auch die Irin Wallis Bird (1. November, Schumann-Saal) verschrieben, die facettenreichen Folkrock gespickt mit Pop- und Jazz-Elementen spielt. Vielfalt bieten ebenso die schwedischen Rumpel-Rocker Friska Viljor. Fünf Alben haben sie im Gepäck, wenn sie am 31. Oktober in den Schumann-Saal kommen.

Neu beim New Fall Festival ist in diesem Jahr eine dritte Bühne im Hotel Nikko. Dort spielen junge, weniger bekannte Acts. Am 2. November wird ein besonderer NRW-Showcase geboten: Roosevelt und Vimes aus Köln teilen sich die Bühne mit den Düsseldorfer Grandbrothers. Zudem werden der Norweger Moddi (31. Oktober), in seiner Heimat mit zwei Grammys ausgezeichnet und der Pianist Nils Frahm (1. November) dort spielen.