Neue Alben von Hauschka und Tom Blankenberg aus Düsseldorf

Musikkolumne : Neue Alben entführen in Parallelwelten

Neue Werke von Hauschka und Tom Blankenberg aus Düsseldorf.

In einigen Musikgenres waren Düsseldorfer Musiker Vorreiter. Kraftwerk machte elektronische Tanzmusik, wie wir sie heute kennen, erst möglich. Die progressive Popmusik von Bands wie Neu!, Mouse On Mars und Kreidler war und ist international einflußreich. Und auch in einer recht neuen Musikrichtung sind Düsseldorfer Künstler vorne mit dabei: der Neo-Klassik. In ihr mischen sich Einflüsse aus dem Jazz, der Minimal Musik, der Popmusik und eben der Klassik. Das dominierende Instrument ist das Klavier. Volker Bertelmann alias Hauschka ist der prominenteste Vertreter der Neo-Klassik aus der Landeshauptstadt. Mit der Oscar-Nominierung seines Soundtracks zum Film „Lion“ hat er es zur internationalen Berühmtheit gebracht, er sitzt mittlerweile gar in der Oscar-Academy.

Sein neues Album „A Different Forest“ ist nun auf einem großen Label, Sony Classical, erschienen und wird seinen Ruhm weiter mehren. Wurde Hauschka Anfang des Jahrtausends vor allem durch seine Arbeiten am präparierten Piano bekannt, so konzentriert er sich auf „A Different Forest“ auf pure, kaum verfremdete Klavier-Sounds, die nur ab und zu durch Sound-Effekte wie Hall oder Echo-Schleifen moduliert werden. Hauschka schickt den Hörer mit seiner Musik durch imaginäre Waldspaziergänge, die ihn zu seinen Kompositionen inspiriert haben.

Miguel Passarge. Foto: Judith Michaelis

Mit Tom Blankenberg und seinem Album „Atermus“ betritt ein neuer Künstler aus Düsseldorf die Neo-Klassik-Szene. Blankenberg ist seit Jahrzehnten Teil der hiesigen Musikszene,  besitzt ein eigenes Tonstudio und ist Keyboarder der Band Subterfuge, den geheimen Indierock-Königen unserer Stadt. An seinem ersten Solo-Album hat er Jahrzehnte gearbeitet. Man hört es ihm an, denn die Musik ist ein wahres Destillat aus Melodiefolgen und Akkord-Schichtungen. Keine Note zu viel befindet sich auf dem Album, keine Harmonie sitzt an der falschen Stelle. „Atermus“ führt einen wie Hauschkas Album in Parallelwelten, lässt den Hörer in Imagination abdriften. Soundtracks zu nie gedrehten Filmen sind die beiden Platten, und man hört sie gerne.

Miguel Passarge ist der musikalische Leiter des Zakk.