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Nein. In einer Ausstellung geht es immer noch um Kunst.

Nein. In einer Ausstellung geht es immer noch um Kunst.

Nein. In einer Ausstellung geht es immer noch um Kunst und sie sollte auch im Zentrum des Interesses stehen. Spaß kann man auch anderswo haben.

Düsseldorf. Früher standen die Museumsgäste in der Kunstsammlung ehrfürchtig vor dem großen Gemälde von Jackson Pollock, das der US-amerikanische Aktionsmaler stehend und liegend gemalt hatte. Doch jetzt, in der Ausstellung „Move“, sind sie nur Auge und Ohr für die lustig kreischende Gesellschaft an den Turnringen und Holzbrettern. Sofern sie überhaupt einen Blick auf das Gemälde an der Wand werfen, tun sie es nicht in kontemplativer Haltung, sondern schaukelnd und wippend. Der Besuch am Grabbeplatz fördert nicht mehr die Beschäftigung mit Kunst, sondern er macht sie zum Spaßkult.

Dass diese Werke einst eine Revolte gegen die traditionelle Museumskunst waren, registriert kaum jemand. Ein Besucher sagt: „Beim Schaukeln fällt der Blick doch irgendwann auch auf das Bild von Pollock.“

Die „Kunst der Bewegung“, wie sich „Move“ nennt, gilt anscheinend in erster Linie dem Sport. Wer hat nach Schaukeln, Wippen und Hopsen noch (kulturell ambitioniertes) Interesse, sich durch den schmalen „Grünen Licht-Korridor“ von Bruce Nauman zu zwängen? Auch der darf betreten werden. Aber kaum jemand würdigt ihn eines Blickes, denn Beklemmungsgefühle will die Spaßgesellschaft nicht ausprobieren. Und in den Amerika-Saal im ersten Stock verirrt sich schon gar niemand.