Nacht der Museen: Von El Greco bis zum kleinen Otter

Nacht der Museen: Von El Greco bis zum kleinen Otter

Museen, die Kunsthalle und der Aquazoo bieten vielfältige nächtliche Vergnügungen mit Musik, Kunst, Theater und Performances.

Düsseldorf. Die Nacht der Museen ist eine unendliche Erfolgsgeschichte. Wenn sie am Samstag um 19 Uhr zum zwölften Mal in Düsseldorf startet und bis 2 Uhr dauert, werden sich wieder 25 000 Menschen auf den Weg machen.

Für 12 Euro zeigen 47 Museen, Kirchen, Galerien und Kinos ihre Highlights. Unsere Zeitung begleitet die Veranstaltung als Medienpartner und gibt Tipps für Stammgäste, Neulinge und Familien.

Im kostenlosen Shuttlebus geht es los, als erstes zu El Greco ins Museum Kunstpalast. Der spanische Altmeister erhält fast 400 Jahre nach seinem Tode die erste deutsche Retrospektive.

Die Schau ist kombiniert mit einer Blütenlese des deutschen Expressionismus. Denn als vor hundert Jahren El Greco-Bilder aus einer ungarischen Sammlung in Düsseldorf auftauchten, waren die jungen Maler hingerissen von der Glut der Emotionen und der Farben.

Geübte Nachtschwärmer beginnen am Grabbeplatz in der Kunstsammlung K 20 bei modernen Fensterbildern und Avantgarderäumen beispielsweise von Olafur Eliasson. In der Kunsthalle gegenüber zeigt der Türke Yüksel Arslan, wie man mit natürlichen Extrakten, Körperflüssigkeit, Blüten und Gras malen kann.

Am selben Ort werden fantastische Zeichungen der Italienerin Carol Rama präsentiert, die 2003 auf der Biennale von Venedig den Goldenen Löwen erhielt. Im Ehrenhof gibt es neben El Greco im NRW-Forum einen Querschnitt durch die zeitgenössische Fotografie sowie jüngste Arbeiten der Pariser Starfotografin Bettina Rheims.

Neulinge sollten nicht den Fehler machen, alle 47 Standorte ablaufen zu wollen. Wir empfehlen als Alternative den Con-Sum, Ronsdorfer Straße 77a.

Dieses Kulturzentrum zeigt die Sammlung des verstorbenen Accessoire-Produzenten Hans Peter Zimmer, der nicht nur Kunst zusammentrug, sondern auch extravagante Möbel schuf. Der Clou ist eine Cadillac-Bar. Zugleich gastieren dort junge Kreative („Düsseldorf ist ARTig“) mit eigenen Tänzen, Filmen und Theateraufführungen.

Das Filmmuseum, Schulstraße 4, lädt ins Schattenspielkabinett zu den „Abenteuern des Prinzen Achmed“. 1926 entstand dieser erste lange Trickfilm der Filmgeschichte von Lotte Reiniger.

Ein Muss für Familien ist aber auch ein Besuch bei Nemo, dem kleinen Otter, im Aquazoo. Zoodirektor Wolfgang Walter Gettmann hat ihn mit der Flasche aufgezogen und spaziert mit ihm gern an den Bächen entlang. Nemo hat viele Fans und mehr Facebook-Einträge als der Düsseldorfer Oberbürgermeister Dirk Elbers.

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