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Musik zum genauen Hinhören: Chogori ist nichts für nebenbei

Die Düsseldorfer Band setzt auf unkonventionellen Klang, jetzt bringen die beiden Musiker ihr Debütalbum heraus.

Musik zum genauen Hinhören: Chogori ist nichts für nebenbei
Foto: Markus Scholz

Düsseldorf. Wenn die Düsseldorfer Band Chogori die Bühne betritt, herrscht Ratlosigkeit im unwissenden Publikum. Zentral steht Gregor Kerkmann mit Kontrabass und Bogen in der Hand. Zu seiner Linken sitzt Ralf Stritt am Analog-Synthie, zur Rechten Martell Beigang an den Drums. Kontrabass, Synthesizer und Schlagwerk — wie das zusammen geht?

Chogori, ein zur Band gewachsenes Projekt Düsseldorfer Musiker, schmieden aus dieser Konstellation auf ihrem selbstbenannten Debütalbum eine sphärische, häufig spannende Symbiose minimal-elektronischer Musik. Stritt (40) und Kerkmann (47), die bei Chogori - ein anderer Name für den Berg K2 an der Grenze Pakistan/China — komponieren, kennen sich seit fast 20 Jahren.

Beide sind Musiker, komponieren, unterrichten, spielen live. Stritt hat zuletzt in der Jazz-Funk-Band Honeymunch gespielt, Kerkmann mit dem Kollektiv A Six No unter anderem am Düsseldorfer Schauspielhaus. Der eine eher harmoniebewusst, der andere experimentierfreudig.

„Wir haben einfach mal gejammt und die Sessions aufgenommen“, sagt Kerkmann. Er an seinem Kontrabass, Stritt am analogen Synthesizer. Gemeinsam haben sie ein Studio im ehemaligen Kloster an der Flingeraner Flurstraße. Das Ergebnis ihrer Sessions: sehr eigen. „Die Kombination hat tolle Frequenzen ergeben, die sich mischen. Der Sound schmilzt, wird eins“, sagt Stritt.

Aus dem Zufall entstand ein komplettes Album. Beim Hören von „Chogori“ kann die Symbiose der Frequenzen nachempfunden werden: Synthesizer und gestrichener Bass sind teilweise nicht voneinander zu unterscheiden. Dazu kommt das genial unkonventionelle Schlagzeug Martell Beigangs (M. Walking on the Water), das oft weniger Rhythmusinstrument als Klangkörper ist. Die Platte hat Groove und Charme.

„Chogori“ braucht man nebenher nicht zu hören - dann rauscht das Album konturenlos vorbei. „Nischenmusik“, nennt Kerkmann das. Um das raffinierte Zusammenspiel des Trios wahrzunehmen, gilt es hinzuhören. Dann jedoch hat man Freude an den Liedern, die Zeit haben, sich zu entwickeln, deren Repetivität an Minimale Musik und dessen sphärischer Sound an Trip-Hop erinnert.

„Rhymes“ mäandert ein wenig unentschlossen durch den Raum, „Freiflug“ ist mit funkigem Bass zwischendurch fast technoesk und „Bangkok“ eine hektische Reminiszenz an die thailändische Hauptstadt. Sieben Interludes bilden die Klammer des Albums.

Die nächste Gelegenheit zum Live-Erlebnis gibt es am Mittwoch beim Release-Konzert, ab 22.30 Uhr Uhr im Salon des Amateurs. Dann könnte Ratlosigkeit erneut in euphorisches Wippen und Tanzen umschlagen.

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