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Musical: 14 000 Zuschauer sehen „Die zehn Gebote“

Musical: 14 000 Zuschauer sehen „Die zehn Gebote“

Bei dem Pop-Oratorium singen im Dome 2600 Sänger vom Auszug der Israeliten aus Ägypten.

Düsseldorf. Die Botschaft ist so kurz wie verständlich: „Du sollst lieben.“ Mehr als 2600 Sänger singen es im Chor. Sie fassen das zusammen, worauf zuvor gut zwei Stunden hingearbeitet wurde. Am Sonntag wurde das Pop-Oratorium „Die zehn Gebote“ in zwei Vorstellungen vor insgesamt 14 000 Zuschauern im Dome aufgeführt. Eine Produktion der evangelischen Kirche, bei der professionelle Musical-Darsteller auf der Bühne, in ihrem Rücken mehr als 2600 Chorsänger standen — ein imposantes Bild.

Die Handlung um den Auszug Israels aus Ägypten unter der Führung von Moses (Michael Eisenburger) und den Einzug in das gelobte Land endete in der Klimax, der Zusammenfassung der zehn Gebote: „Du sollst lieben/Liebe ist das Gebot/Liebe allein/schließt alles ein.“

Die Musik zum Musical schrieb der Düsseldorfer Komponist Dieter Falk, die Geschichte Musical-Texter Michael Kunze anlässlich der Ruhr2010. Sie hüllten die Befreiungsgeschichte aus der Bibel in opulente Popmusik, gespielt vom jungen Orchester NRW und einer klassisch besetzten Rockband, sowie eine packende Handlung.

Falk: „So ein Thema muss man sexy verpacken, nicht brachial, frömmelnd mit dem Holzhammer daran gehen.“ Falk war nicht nur als Komponist an seinem Heimspiel in Düsseldorf beteiligt, sondern auch als Vater. Sohn Paul (14) übernahm zusammen mit Yosefine Buohler die Rolle des Erzählers, der 16-jährige Max spielte Schlagzeug in der Band. Natürlich klingelt Falks Handy während des Pressgesprächs in der Pause: „Paule!? Ja, das war super.“ Verdientes Schulterklopfen für den Sohn. Die anderen Akteure haben es genauso verdient.

Die Produktion schafft Bilder, die im Gedächtnis bleiben, und das mit einfachen Mitteln. Allein die schiere Menge an weiß gekleideten Sängern ist ein beeindruckendes Bild. Dann, als Zipporah (Bahar Kizil), Moses Ehefrau, ihrem Mann Mut zuspricht, schwenken alle Sänger bunte Knicklichter. Das Publikum tut es dem Chor gleich: ein Bild der Einheit, so wie die Geschichte es fordert.