Schauspielhaus: Mit Adam auf Entdeckungsreise

Schauspielhaus: Mit Adam auf Entdeckungsreise

„Adams Welt“ ist am Schauspielhaus das erste Mitbringsel des neuen Theaterleiters Stefan Fischer-Fels aus Berlin. Es geht um Freundschaft, Kraft und Fantasie.

Düsseldorf. Adam ist wütend. Denn die Erwachsenen reden pausenlos auf ihn ein. Von allen Seiten. Was er tun soll und was nicht. Doch zum Glück ist seine Fantasie groß genug. Mit der bringt er plötzlich alle nervigen Plaudertaschen um sich herum zum Schweigen. Und bricht gleichzeitig auf zu einer ganz besonderen Entdeckungsreise, auf der er von drei Gefährten begleitet wird.

Die Reise führt die neugierige Vierertruppe durch geheimnisvolle Unterwasserwelten, über den Amazonas und bis in die aufregende Wildnis. Geredet wird nicht, vielmehr gestaunt über die abwechslungsreichen Geräusche, die es an allen Orten zu entdecken gilt. Und mit denen die Vier immer mehr eins werden, wenn Adam zum Beispiel auf einem tragbaren Miniklavier eine Melodie klimpert und seine Gefährten mithilfe ihrer eigenen Körper allerlei Laute von sich geben.

Ein frisch geschlüpftes Ei eignet sich derweil prima als Rassel, und mit zwei Pflanzenblättern lässt sich ein waschechter Sambarhythmus kreieren, zu dem es sich vorzüglich durch den Urwald tanzen lässt. Jede Entdeckungsreise, sei sie noch so spannend, hat jedoch irgendwann ein Ende. Ob Adam wirklich wieder nach Hause zurückkehren will? Dorthin, wo immer so viel geredet wird?

„Adams Welt“ des flämischen Theatermachers Gregory Caers ist das erste Mitbringsel des neuen Theaterleiters Stefan Fischer-Fels aus seiner Zeit am Berliner Grips-Theater. Im Programmheft wird das Stück als kleine, große, philosophische Geschichte über Freundschaft, Trost und die Kraft der Fantasie angekündigt. Und tatsächlich lädt die lebhafte Inszenierung nicht nur die jüngeren Zuseher dazu ein, auch ihren eigenen Gedanken mal wieder freien Lauf zu lassen.

Das zunächst eher trist erscheinende Bühnenbild, das aus verschieden langen Papp-rohren besteht, wird sehr raffiniert und vielseitig eingesetzt und sorgt dafür, dass immer wieder neue Szenerien entstehen. Zum Beispiel, wenn sich die Entdecker daraus kurzerhand ein Floß für ihre Flussüberquerung bauen oder immer wieder neue Requisiten aus den unscheinbar wirkenden Rohren hervorzaubern. Auch das Bühnenlicht wird stets in neue Farben getaucht, die zur jeweiligen Reisestation passen.

Die vier Darsteller singen, musizieren und tanzen sich ausgelassen durch die 50-minütige Inszenierung und haben die sehr jungen Zuschauer bei der Premiere des ab zwei Jahren empfohlenen Stücks schnell auf ihrer Seite.