In Düsseldorf wird eine Straße nach Lilli Marx benannt : Wie Lilli Marx Spuren des Friedens hinterließ

Die jüdische Journalistin Lilli Marx hat in Düsseldorf viele Spuren hinterlassen.

Mit der Benennung der Lilli-Marx-Straße wird am 27. Januar eine Frau geehrt, die in Düsseldorf viele Spuren hinterlassen hat. Ein mit Bedacht gewähltes Datum: Es ist ihr 101. Geburtstag und der Gedenktag für die Opfer des Holocaust.

1921 in Berlin geboren, wuchs Lilli in einer liberalen jüdischen Familie auf und emigrierte mit 18 Jahren nach England, wo sie ihren späteren Mann kennenlernte, den Journalisten Karl Marx. Ihre Eltern wurden deportiert und kamen im KZ um. Schon kurz nach dem Krieg kehrte das Paar nach Deutschland zurück und ließ sich in Düsseldorf nieder.

1949 gründeten Lilli und Karl Marx die „Jüdische Allgemeine Zeitung“, für die auch Marcel Reich-Ranicki und Paul Spiegel tätig waren. Im gleichen Jahr rief Lilli Marx, die selbst über 20 Jahre für das Blatt schrieb, den Düsseldorfer Jüdischen Frauenverein ins Leben. Wie ihr Mann war sie zudem Gründungsmitglied der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit. Beider Einsatz für ein friedvolles Miteinander basierte auf der Überzeugung, dass nur so ein Zusammenleben nach dem Holocaust in Deutschland möglich war.

Ihre humanitäre Einstellung und ihr Drang, sich zu engagieren, führten Marx zu Soroptimist International. 1958 gehörte sie zu den Frauen, die den Düsseldorfer Club etablierten.

Mit ihrem zweiten Mann, dem jüdischen Schriftsteller Alexander Cserski, lebte sie in Israel und Düsseldorf. Nach seinem Tod zog sie ins Nelly-Sachs-Haus, wo sie 2004 starb. „Sie hat es mit ihrem Wirken in Düsseldorf verdient, eine eigene Straße zu bekommen“, sagt Hanne von Schaumann-Werder.

Die Lilli-Marx-Straße verläuft in Benrath, als neue Verbindung zwischen Paulsmühlenstraße und Telleringstraße. Dass es überhaupt dazu kommen konnte, ist dem Einsatz des Anwohners Jürgen Thiemann zu verdanken, der sich tief in die Geschichte der Familie Marx eingearbeitet hat. Der Standort ergibt Sinn, ganz in der Nähe befand sich die Redaktion der „Jüdischen Allgemeinen Zeitung“.