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Düsseldorfer Schauspielhaus: Land NRW steht demonstrativ zum Theater

Düsseldorfer Schauspielhaus : Land NRW steht demonstrativ zum Theater

Kultur-Staatssekretär legt im Landtag Bericht zum Düsseldorfer Schauspielhaus vor.

Düsseldorf. Nach den Extempores des Düsseldorfer Oberbürgermeisters Thomas Geisel, der die denkmalgeschützte Architektur-Ikone des Düsseldorfer Schauspielhauses zeitweilig zur Disposition gestellt hatte, nahm nun endlich auch die Landesregierung zu dem Vorfall Stellung. Stadt und Land sind nämlich gleichberechtigte Träger des Theaters. Die Aussprache fand im Kulturausschuss des Landtags statt.

Dabei müssen dem OB die Ohren geklungen haben. Kultur-Staatssekretär Bernd Neuendorf erklärte nämlich: „Das Land war sehr überrascht über die Diskussion. Wir haben umgehend das Gespräch mit der Stadt und der Intendanz gesucht. Das Land NRW steht trotz hoher Kosten zum Theater in Düsseldorf.“ Demonstrativ erwähnte Neuendorf die hohe städtebaulichen Bedeutung des denkmalgeschützten Gebäudes von Bernhard Pfau. In seiner zentralen Lage zwischen Innenstadt und Hofgarten sei es seit bald 50 Jahren im Stadtbild verankert. Außerdem sei es eine der bedeutenden und größten Sprechbühnen im deutschsprachigen Raum.

Die Unterstützung für das Haus habe „zu keinem Zeitpunkt gewackelt“. Das Land und alle Beteiligten würden sicherstellen, dass der Betrieb am Gustaf-Gründgens-Platz zur Spielzeit 2018 wieder starten könne. Seit Monaten wird saniert. Der Betrieb ist in Dependancen ausgelagert.

Wie zuvor der Düsseldorfer Kulturdezernent Hans-Georg Lohe sieht auch der Staatssekretär die erhöhte Mehrbelastung von zehn Millionen Euro für beide Träger in der „ungenügenden Projektsteuerung“. Die „alte Intendanz Beelitz und von Maravic “ hätte ihrerseits eine neue Projektsteuerung bestellt, die „gravierende Fehler“ in der Fachplanung gemacht habe.

Neuendorf hofft, dass es bei dem Mehrbedarf von rund 4,8 Millionen Euro je Partner bleibe. Die aktuelle Sanierung steige damit auf rund 21 Millionen Euro. Neuendorf stellte allerdings auch klar, dass für die Sanierung von Fassade, Dach und Fenster die Stadt Düsseldorf allein zuständig sei. Hier wurden im jüngsten Stadtrat die ersten Planungskosten etatisiert.

Im Verlauf der Diskussion im Kulturausschuss des Landes trat CDU-Sprecher Thomas Sternberg nach. Es sei „sträflich“, wie der OB Geisel erst die Schuldenfreiheit, dann das Schauspielhaus aufgeben wollte. Sternberg gebrauchte jedoch die Vokabel vom „Staatstheater“, weil sich Stadt und Land an den Kosten beteiligen. Mit dieser Bemerkung wurde er vom Grünen-Sprecher Oliver Keymes zurückgepfiffen. Träger seien Stadt und Land, mehr nicht. Keymes meinte nun wie Neuendorf, das Problem sei behoben, die Sache laufe. Alles andere sei „Schnee von gestern“.

Da hob FDP-Sprecher Thomas Nückel den Finger und meinte, Düsseldorfs Oberbürgermeister sei ein „Elefant im Porzellanladen“ gewesen.

Fazit: Die Politik setzt sich das Ziel, das Düsseldorfer Schauspielhaus am Gründgens-Platz zum Spielzeitbeginn 2018 wieder zu eröffnen.