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Kunstverein: Kreativer Brückenschlag zur Uni

Kunstverein: Kreativer Brückenschlag zur Uni

„Transmission“ will Kunsthistoriker und Künstler vereinen.

Düsseldorf. Früh übt sich, wer ein Meister werden will. Angehende Künstler müssen lernen, sich zu vermarkten, und Kunsthistoriker müssen Künstler kennenlernen. Noch während des Studiums sollten sie bei der Gründung von Off-Räumen aber auch bedenken, dass es Probleme geben kann. Denn mancher Sponsor zahlt plötzlich die Miete nicht mehr. Oder es macht die Bauaufsicht einen Strich durch die Pläne.

Die jungen Frauen Anna Czerlitzki und Lilian Schmieder gründeten den „Kunstverein Transmission“ und hoffen, dass alles gutgeht. Sie setzen dabei auf ein Novum: Es ist der erste Brückenschlag zwischen dem Kunsthistorischen Institut der Heinrich-Heine-Universität und der Kunstakademie. Im Hinterhof der Worringer Straße 57 in Flingern gingen sie vor Anker.

Das erste Projekt dient der Zusammenarbeit mit der Klasse Katharina Grosse. Diese Studenten haben für ihre raumgreifenden Arbeiten kaum Platz am Eiskellerberg. Lea Peters, sechstes Semester, erklärt: „Wir brauchen dringend einen Raum für größere Arbeiten.“

Anna Czerlitzki, Masterstudentin für Kunstgeschichte und Sprecherin von „Transmission“, hat ihn, braucht aber Mitstreiter. Nun machen sie das Projekt zusammen. Der Verein hilft der Klasse, die Klasse hilft dem Verein. Und die Kunstakademie unterstützt finanziell. Ziel sei es, die Kommunikation zwischen Uni und Akademie zu verbessern. Beide Institutionen sollten nicht länger aneinander vorbei arbeiten.

Die Klasse Grosse wird sich mit dem lichtdurchfluteten Milieu der ehemaligen Eisfabrik auseinandersetzen. Der Saal mit einer lichten Höhe von fünf Metern und dem umlaufenden Balkon ist gut geeignet für Experimente. In einem Kellerraum soll es Videoinstallationen geben.

Zur Einstimmung wurde eine kleine Ausstellung organisiert. Dabei fielen die farbenfrohen Formate von Liza Dieckwisch auf. Sie hatte Pigmente in eine Latexmilch gerührt und die zähe Flüssigkeit aufs Papier ausgegossen. Im erstarrten Zustand erinnert die reliefartige Masse an surreale Lebensmittel.

Lukas Glinkowski nähte schwarze Wollfäden aufs Papier und schuf fingerhutartige Berge. Und Anica Kehr sprühte Lack auf Folie und Papier. Am 13. Juli, 18 Uhr, geht es richtig los. Anna Czerlitzki hofft bei der Vernissage auf spannende Werke und interessante Begegnungen.