Kunsthaus Wildpalms hat einen Yogaraum

Neue Galerie : Kunsthaus Wildpalms hat einen Yogaraum

Jorge Sanguino und Alexandra Meffert haben ein Fotostudio in ein schickes Kunstzentrum verwandelt. Dort zeigen sie den Amerikaner Jason Duval.

Die Lebensläufe von Jorge Sanguiono aus Kolumbien und Alexandra Meffert aus Düsseldorf sind ungewöhnlich für Galeristen in Düsseldorf. Sanguino ist Philosoph, der anschließend Kunstgeschichte an der Humboldt-Universität Berlin studierte, wo er Alexandra Meffert kennenlernte. Sie studierte dort Kunstgeschichte und BWL. Anschließend wechselte sie 2015 ans Sotheby’s Institute of Art in New York, um den Master of Arts in Art Business zu machen. Sanguino aber startete in Berlin bei den Kunst-Werken durch, wo er als Aufsicht begann, die technische Leitung für Ausstellungen übernahm und schließlich im Produktionsteam von Susanne Pfeffer arbeitete, die inzwischen Susanne Gaensheimer am Museum für Moderne Kunst in Frankfurt beerbt hat. Jorge & Alexandra sind gut vernetzt, eröffneten ihre Galerie 2014 in Berlin und haben ein Standbein auch in Mexiko und Kolumbien. Nach Düsseldorf kamen sie, weil man im Rheinland eher Käufer findet als in der Bundeshauptstadt.

Leere Räume für Videokunst und für den Yoga-Unterricht

In der Kunst und im Kunstmarkt sind beide Partner gut bewandert. Sie sehen ihre Galerie als Schnittstelle zwischen Produktion und Ausstellung. Der Standort ist ideal mitten in der Innenstadt. Sie ergatterten das großzügige Fotostudio des Modefotografen Alexander Schier, der inzwischen zur Wiesenstraße nach Heerdt gewechselt ist.

Ihre Galerie geht über zwei Etagen. Sie hat ein ideales Licht für die Malerei und wirkt sehr großzügig. Ein Raum ist noch nicht eröffnet, er ist für zeitbasierte Medienkunst, Sound Art und Videokunst gedacht. In dem Studio gibt es auch einen überdimensionierten, leeren Raum, in dem Alexandra als Yoga-Lehrerin tätig sein wird.

Für den Einstand wählten sie den New Yorker Künstler Jason Duval. „Interiority“, „das Innere“, nennt sich seine aktuelle Serie. Geradezu provokant unmodern ist sie in den milden, undramatischen Farben. In den vielen Rundungen erinnern die Motive an den deutschen Design-Nachkriegsstil der 1950er Jahre.

Duval liebt Räume im Bild, Durchblicke und Türblicke. Seine ersten Kontakte mit dem Kunstmarkt bekam er bei Michael Werner, dem Großgaleristen aus Köln, der dessen New Yorker Betrieb Duval gejobbt hat, um Geld zu verdienen. Seine Malerei wirkt ungemein klassisch. Die Kompositionen sind von einem großen Harmoniebewusstsein bestimmt. Aus den Untergrundzeichnungen geht hervor, wie genau er mit Kurven und Schnittstellen arbeitet.

Info: Wildpalms, Gerresheimer Straße 33, Öffnungszeiten Mi-Fr 13-19 Uhr und Sa 11-17 Uhr. Ausstellung Duval bis 21. Oktober

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