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Kunsthandel: Auktionsriese in der Carlstadt

Kunsthandel: Auktionsriese in der Carlstadt

Das Versteigerungshaus Villa Grisebach aus Berlin eröffnet in der Bilker Straße eine Niederlassung für Nordrhein-Westfalen.

Düsseldorf. Das Auktionshaus Villa Grisebach aus Berlin nimmt kurz vor dem 25-jährigen Bestehen der Firma Quartier in einem Hinterhaus an der Bilker Straße 4 bis 6 in der Carlstadt. Es befindet sich in guter Gesellschaft, denn dort sitzen schon die Galerien Beck & Eggeling sowie Peter Tedden.

Am Donnerstag wird die neue NRW-Repräsentanz eingeweiht, in der allerdings keine Versteigerungen stattfinden. Es sind dort lediglich die Werke zu bewundern, die in der Berliner Zentrale unter den Hammer kommen.

Seit seiner Gründung vor 25 Jahren in Berlin macht das Auktionshaus mit spektakulären Zuschlägen Schlagzeilen. Eine Gouache von Franz Marc kostete 1989 schon 450 000 Mark. Weltrekordpreise gab es für Lyonel Feiningers „Raddampfer II“ von 1928, der für 2,4 Millionen Mark einen Liebhaber fand, und für Max Beckmanns „Anni“, die es auf 3,9 Millionen Euro brachte und seitdem als teuerstes Kunstwerk auf einer deutschen Auktion gilt. Die Berliner sind inzwischen Marktführer für die deutsche Kunst des 20. Jahrhunderts.

Im Gegensatz zum Finanzmarkt gilt für den Berliner Geschäftsführer Bernd Schultz der Kunstmarkt als stabil. Man habe im ersten Halbjahr 2011 mit 26,3 Millionen Euro bereits 70 Prozent des vergangenen Jahresumsatzes erzielt. Dass dabei das Rheinland und seine Sammler eine besondere Rolle spielen, wird in der Leitung des Düsseldorfer Stützpunktes deutlich.

Daniel Freiherr von Schacky, der in den letzten fünf Jahren die Abteilung für zeitgenössische Kunst in der Berliner Zentrale aufgebaut hat, übernimmt diese Aufgabe nun von Düsseldorf aus und betreut das hiesige Büro. Er sagt, es gebe „keine Region in Deutschland und vielleicht in Europa mit einer so dichten Kulturlandschaft wie NRW. Düsseldorf spielt dabei eine große Rolle.“

Der neue Geschäftsführer von der Bilker Straße lobt die gewachsene Kultur der hiesigen Sammlungen und Ausstellungshäuser. Er sagt: „Mit der Niederlassung in Düsseldorf wollen wir dem immer größeren Interesse der Kunstsammler aus Rhein-Ruhr Rechnung tragen. Köln ist für Interessenten aus dem Ruhrgebiet nicht so günstig gelegen wie Düsseldorf.“ Dort sitzen allerdings auch die etablierten Auktionshäuser Lempertz und Van Ham.

Zur Eröffnung am Donnerstag ist ein Ölbild August Mackes zu sehen. Es soll eine Million Euro bringen, wenn es am 25. November in Berlin zum Verkauf aufgerufen wird.