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Kunst-Workshop: Ein kreatives Durcheinander

Kunst-Workshop: Ein kreatives Durcheinander

Ein Workshop der Kunsthalle bietet Hobby-Künstlern die Möglichkeit, sich auszuprobieren. Jetzt begaben sich einige auf die Spur von Kriwet.

Acrylfarben, Scheren, Klebstoff und Zeitschriften liegen in kreativem Durcheinander auf dem großen Arbeitstisch im Atelier der Künstlerin Katrin Roeber. An der Ackerstraße in Flingern unterhält sie in einem Ladenlokal eine Malschule für Erwachsene. Nun bietet sie in Zusammenarbeit mit der Kunsthalle einen Workshop an, bei dem Interessierte jeden Alters auf den Spuren berühmter Künstler gehen können. Derzeit steht der Düsseldorfer Maler und Texter Ferdinand Kriwet (geboren 1942) auf dem Stundenplan.

Los geht der künstlerische Crashkurs mit einer Führung durch die Kriwet-Ausstellung in der Kunsthalle am Grabbeplatz. Den Workshop-Teilnehmern erklärt Katrin Roeber Kriwets Kunstgriff, zwei Bilder miteinander zu kombinieren, indem er Vorlagen in Streifen schneidet und zu einem neuen Werk zusammenfügt. Nach dem Inspirationsrundgang wird die Collage-Technik sogleich in Roebers Atelier erprobt.

Jörg Wendling schnipselt und pinselt an Vorlagen aus einem Kunstmagazin. Ein Schwarzweiß-Foto zeigt Joseph Beuys, der in Hut und Mantel mit dynamischen Schritten an der Berliner Mauer entlang geht. Daneben gruppieren sich kleine, farbige Familienidyllen wie aus dem Werbefernsehen.

„Ich will zeigen, dass auf einem Schwarz-Weiß-Foto viel mehr Leben sein kann als auf bunten Bildern“, erklärt Wendling, der von Hause aus Architekt ist. Eigentlich mag er keine Collagen. „Aber das Prinzip, mit unterschiedlichen Vorlagen eigene Aussagen zu treffen, hat mich überzeugt.“

Ihm gegenüber sitzt seine 14-jährige Tochter Deborah. Auch sie hat sich für eine Kombination aus Schwarz-Weiß und Farbe entschieden: Das Gesicht einer Frau klebt sie auf eine orangefarben bemalte Leinwand. Ihren Kopf säumt ein Heiligenschein. „Sie stehen für Kitsch“, sagt die Jugendliche. „Ich wollte ’was Knalliges herstellen.“

IT-Berater Manfred Haarich, ebenfalls Workshop-Teilnehmer, hat Fotografien von einem Vulkanausbruch sowie einem üppig-grünen Urwald in Streifen geschnitten und sie im kontrastierenden Wechsel angeordnet. Kleine Ausschnitte von Tierfotos sind großzügig auf der Collage verteilt. Haarich hat das Angebot der Kunsthalle-Workshops schon länger im Auge und wollte jetzt auch endlich mal dabei sein. Inhaltlich, sagt er, inspirieren ihn die Bilder Kriwets nicht. „Aber die Technik finde ich sehr interessant.“