Künstler gründen in Düsseldorf Galerie S.L.C für Künstler

Kunst : Galerie von Künstlern für Künstler

André d’Orcay und Pepita Basilius haben in Bilk die Galerie S.L.C gegründet.

Wer die Galerie S.L.C an der Bilker Allee 79 aufsucht, trifft nicht auf Kunst in einem schicken Ladenlokal. Der Besucher steht zunächst vor einer Holztür, über der ein Schild für eine Öltank-Wartungs-Werkstatt wirbt. Wenn Vernissagen stattfinden, ist die Tür geöffnet und führt auf einen Hinterhof. Über eine Treppe gelangt man in die Ausstellungsräume. Zwei Räume mit Fenster und hohen Decken. S.L.C haben die beiden Künstler André d’Orcay und Pepita Basilius gegründet. Beide haben an der Düsseldorfer Kunstakademie Malerei bei Markus Lüpertz studiert, beide waren Meisterschüler beim österreichischen Maler Siegfried Anzinger.

D’Orcay und Basilius haben ihre Galerie bislang nur online geführt. Der Name S.L.C steht für „Studio Liberello Contemporary Fine Art“. Liberello meint Flugblatt, faltbares Heft oder kleines Büchlein. Das Wort leitet sich ab aus Mozarts Oper „Don Giovanni“. Leporello, der Diener des Frauenhelden, führt eine Liste über alle Liebschaften seines Herrn. Wieso dieses schöne, aber alte Wort für im Namen einer Galerie, die zeitgenössische Kunst zeigen will? „Wir fanden eine Verbindung zu Mozart lustig. Außerdem verbindet sich mit ‚Flugblatt’ auch eine politische Komponente“, sagt André d’Orcay. Scheinbar haben sich die beiden Galeriebetreiber eher intuitiv für den Namen entschieden.

In ihrer Auftakt-Schau zeigen d’Orcay und Basilius hauptsächlich Künstler, die sie an der Düsseldorfer Akademie kennen- und schätzen gelernt haben. Etwa die japanische Malerin Kaori Hiraiwa, die auch unter Anzinger studiert und jetzt ihren Abschluss gemacht hat. Ein Gemälde zeigt eine nackte Frau auf einem rosa blühenden Kirschbaumast, ein anderes ein Paar beim Geschlechtsakt unter einem üppig grünen Baum. Die Szenerien wirken wie aus einem Traum, als würden sie zugleich verblassen. Zugleich schwingt ein ironischer Blick auf japanische Kultursymbole mit, eben die Kirschblüte, die in Japan für Schönheit, Aufbruch und Vergänglichkeit steht.

Dirk Loiberzeder zeigt Gouachen mit Gebirgs- und Hafenlandschaften, die so wirken, als wären sie 1:1 der Natur entnommen. Doch er hat sie aus Bäumen, Bergen oder Segelbooten „gebaut“.

Joseph Sracic fängt in seinen Zeichnungen groteske Figuren und karikaturhafte Szenen ein, etwa einen Teufel im Geäst oder einen Schweine-Menschen mit einem Kind bei sich.

Nicht zuletzt präsentiert das Galeristen-Duo auch eigene Werke. D’Orcay etwa schwarze Figuren, die sich in Strichen und Gekritzel aufzulösen scheinen – eingefangen mit Marker, Farbstift, Graphit auf Papier. Basillius zeigt Szenen, die an verlorene Paradiese erinnern: nackte junge Frauen in einsamen Landschaften, mal auch in Gesellschaft von Löwe und Pferd. 

Info: Die Ausstellung in der Galerie S.L.C läuft noch bis zum 17. Februar. Adresse: Bilker Allee 79. Weitere Informationen im Internet unter:

Mehr von Westdeutsche Zeitung