Konzert: Vicky Leandros dreht auf

Konzert: Vicky Leandros dreht auf

Die Fans feiern die 61-jährige Schlager-Madame in der Tonhalle.

Düsseldorf. „Fremd in einer großen Stadt“ ist sie nicht. Wenn auch Vicky Leandros mit diesem Song ihr Konzert in der fast ausverkauften Tonhalle begann, so ist sie alles andere als eine Fremde. Immer noch groß ist ihre Fangemeinde, die ihren neuen Liedern voller Ehrfurcht lauschte.

Am Ende feierten sie die 61-jährige Schlager-Madame in eleganter schwarzer Seide wie ihren Star. Denn im zweiten Teil ihres knapp Drei-Stunden-Programms öffnete sie das Schatzkästlein und kredenzte die schönen alten Sachen, die die mittlerweile geschiedene Baronin von Ruffin als Teenager sang und bis heute auf weltweit 55 Millionen Platten verkauft wurden.

„Tango d’amour“ und „Der Peter der ist schlau“ ziehen immer noch. Leise summen die Fans, sitzend oder stehend, die Ohrwürmer mit. „Ich hab die Liebe geseh’n“ und natürlich „Theo, wir fahr’n nach Lodz“. Unverwüstlich ist ihr Grand-Prix-Gewinner-Lied von 1972, „Après toi“, das sie damals in sieben Sprachen sang und ihr international zu Ruhm verhalf. Ebenso die zeitlosen Evergreens, die sogar Vertreter der coolen Smartphone-Generation downloaden.

Die Schlager-Madame ohne Allüren ist auf „Ich liebe das Leben“-Tour, die sie und das Berliner Capitol Dance Orchestra an 29 Tagen in 16 Städte und fünf Länder führt. Zwar wirkte die Mutter von drei erwachsenen Kindern, die sich mehr als 45 Jahre im Schlager- und Showgeschäft behauptet, beim Tonhallen-Finale etwas erschöpft. Doch selbst in den Acapella-Liedern verliert ihr melancholisch, mädchenhafter Sopran nichts an Leuchtkraft.

Dabei schont sie sich nicht, kann kaum Zugabenwünsche abschlagen, selbst wenn ihr Orchester und Pianist Bo Heart das Podium bereits verlassen haben. Zu Beginn bewies sie mit Chansons, Jazz, Blues und Pop, dass sie weder stehen geblieben ist, noch im eigenen Saft schmort. Sie dreht auf, singt deutsch, griechisch, französisch und englisch. Und wehmütig „Auf Wiedersehn“. Darauf kann man bei einer derartigen Stimme hoffen.

Mehr von Westdeutsche Zeitung