Konsole ist auch Kultur

Fans von Videospielen treffen sich heute Abend zum Stammtisch im Zakk. Die Veranstalter möchten mit Vorurteilen aufräumen.

Fans von Konsolenspielen - das sind doch die, die im realen Leben keine Freunde haben und sich deshalb nur online bewegen. Die, die nie ausgehen und stattdessen Abende, Nächte und ganze Wochenenden allein im miefigen Zimmer vor ihrer Konsole verbringen. Soweit das Vorurteil. Dass dieses Bild aber nur ein Klischee ist und Gamer „ganz normale Leute“ sind, die sehr wohl am Wochenende vor die Tür gehen, das wird heute Abend im Zakk an der Fichtenstraße zu beobachten sein. Denn dann steigt wieder der Stammtisch „Kultur aus der Konsole“. Eine Veranstaltung, zu der regelmäßig bis zu 100 Besucher kommen.

Konsole und Kultur - wie passt das eigentlich zusammen?

Sehr gut, findet Markus Unzen vom Zakk. „Nach der jüngsten Bundestagswahl haben sogar Vertreter aller Fraktionen endlich eingeräumt, dass Videospiele Kulturgut sind.“ Am besten vergleichbar sind sie mit Filmen oder Serien, bei denen es auch auf starke Bilder und gute Animationen ankommt und bei denen es viele verschiedene Genres gibt.

Haben es die Konsolenspiele deshalb ins Kulturzentrum Zakk geschafft?

Ja. Das Team des Zakk versteht die Videospiele auch als Kultur und möchte sich dafür stark machen, dass das auch andere Menschen tun. Zudem soll mit dem Vorurteil des sozialgestörten Einzelgängers vor der Konsole aufgeräumt werden.

Und was sind das für Menschen, diese Gamer?

Konsolenspiele sind längst nicht mehr nur etwas für Nerds, also eingefleischte und vielleicht etwas sonderliche Computerfans. „Sie sind ein Massenphänomen für Kulturinteressierte geworden“, sagt Markus Unzen. Eines, das auch immer mehr Mädchen und Frauen fasziniert.

Wie läuft so ein Gamer-Stammtisch ab?

Moderator Carsten Preuss stellt mit kurzen Filmen neue Spiele vor und spricht aktuelle Themen aus der Szene an, es darf kräftig diskutiert werden. Und ein Gast ist auch immer dabei. Der Großteil der meist zwischen 50 und 100 Besucher ist Ende 20, Anfang 30. Aber alles in allem sind Männer und Frauen von 17 bis Ende 40 regelmäßig dabei.

Wer ist heute der Gast?

Harald Iken, Spieleentwickler der Piranha Bytes, kommt heute Abend ins Zakk. Die Essener Firma zählt zu den wohl bekanntesten Spieleschmieden Deutschlands und wurde gerade mit dem Computerspielpreis ausgezeichnet.

Wann geht’s los?

Einlass ist ab 19 Uhr, Beginn des zweistündigen Programms um 19.30 Uhr. Der Eintritt ist frei. Wer mag, kann in der Pause an einer Konsole spielen. Im Anschluss an den Stammtisch steigt im Zakk eine 80er-Party. Gamer, die direkt da bleiben und mitfeiern, haben zu der Party freien Eintritt.

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