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Programm: Komödie spielt ab sofort auch montags

Programm : Komödie spielt ab sofort auch montags

Theaterleiterin Katrin Schindler will mehr Abwechslung bieten. Es wird Lesungen geben, ein zweites Boulevard-Stück und Märchen.

Düsseldorf. Mit „Jim Knopf“ startete Katrin Schindler im vergangenen Winter einen Testlauf. Die Leiterin der Komödie will künftig mindestens in der Winterzeit eine Märcheninszenierung aufführen. „Bis vor etwa 15 Jahren war das eine Tradition in der Komödie“, sagt Schindler. Jedoch nicht nur deswegen und weil sie es persönlich romantisch findet, kommen neben Boulevardstücken jetzt auch Märchen auf die Bühne. Schindler will das Angebot ihres Haus grundsätzlich vielfältiger gestalten. Im Theatercafé fand jetzt eine Lesung von Heines Wintermärchen statt, am sonst spielfreien Montag wird künftig ein zweites Boulevard-Stück gezeigt, am Montag, 26. Oktober, etwa hat „Lotti und Lilya“ mit Marianne Rogée (Lindenstraße) und Christiane Hecker Premiere.

„Hänsel und Gretel“ hat Schindler in diesem Jahr ausgewählt, es wird vom 6. November bis zum 23. Dezember gespielt. Das Theater zeigt Vorstellungen am Vormittag für Kitas und Schulen sowie am Nachmittag für die Familien. „Im vergangenen Jahr kam eine Schule mit 300 Mädchen und Jungen“, erzählt Schindler. „Das war eine ganz neue Erfahrung.“ Auch, weil die Pause deutlich länger dauerte als üblich, denn die Kinder standen vor den Toiletten Schlange.

Eine volle Saalbesetzung erreichte Schindler nur hin und wieder und am Ende lag die Auslastung bei rund 60 Prozent und somit gar nicht mal so schlecht. Die Theaterdirektorin ist zufrieden. „Unser neues Angebot musste sich erst einmal herumsprechen.“ In diesem Jahr hat sie nachgeholfen und Kitas und Schulen bereits angeschrieben.

Die Grimmsche Version von „Hänsel und Gretel“ (ab vier Jahren) wurde für die Komödie bearbeitet. „Wir wollten es nicht so brutal haben“, sagt Schindler. Deswegen werde die Hexe auch nicht im Backofen ermordet, sondern verliere auf anderem Wege ihr Leben. Wenn es in diesem Jahr mit dem Kinderstück noch besser läuft, will Schindler bald zwei Märchen pro Jahr auf die Bühne bringen. „Wir spielen sonst nur am Abend, nie tagsüber und nie am Montag. Das wird sich ändern“, sagt sie.

Es sollen mehr und neue Besucher kommen, es gilt, die Attraktivität der Komödie zu steigern. Anscheinend will Schindler mit dem Zusatzprogramm langfristig finanziellen Engpässen entgegenwirken. Zuletzt hatten sie und Heinersdorff für ihre privaten Theater eine städtische Subvention von je 250 000 Euro beantragt, die jedoch abgelehnt wurde. Allerdings stellten die Politiker in Aussicht, Einzelmaßnahmen zu bezuschussen. Eine endgültige Entscheidung dazu steht jedoch noch aus.