Komödie: Großer Jubel für Erbschleicher Kalle Pohl

Komödie: Großer Jubel für Erbschleicher Kalle Pohl

An der Steinstraße feiert „Denn sie wissen nicht, was sie erben“ Premiere.

Düsseldorf. Erben will gelernt sein. Das weiß man nicht erst seit der gleichnamigen Filmkomödie aus den 90er Jahren. Bei Edith und Dietrich Buschmeier (Andrea Spatzek und Kalle Pohl) läuft dabei allerdings von Anfang an alles schief.

Zum einen hat die reiche Erbtante (Silvana Sansoni) von ihrer geplanten Abschiebung in ein Seniorenstift Wind bekommen und daher ihren letzten Willen zugunsten von Neffe Eugen (Momme Mommsen) geändert. Zum anderen kehrt die Totgeglaubte plötzlich kreuzfidel wieder aus dem Hospital zurück. Jetzt gilt es, das voreilig gefälschte Testament verschwinden zu lassen.

In groben Zügen ist das die Handlung des jetzt in der Komödie an der Steinstraße uraufgeführten Stückes "Denn sie wissen nicht, was sie erben". Bis die zu Ende erzählt ist, kommt es zu zahlreichen Verwicklungen und Verwechslungen, wobei sämtliche Register des Boulevardtheaters gezogen werden.

Da bleibt eine Hand in einer Urne stecken, statt der Asche von Nachbar Olaf wird ein halbes Pfund Weinbrandbohnen beigesetzt und seine lebenslustige Witwe (Ruth Willems) wirft sich dem vermeintlichen Alleinerben Eugen an den Hals. Vollends absurd wird es, als auch noch eine gestrenge Ordensschwester (Michaela Klarwein) vom Seniorenstift "Waldfrieden" zur Überprüfung der Verhältnisse im Hause Buschmeier anrückt. Da wird bis zum Ende kein Witz links liegen gelassen.

"Lindenstraßen"-Darstellerin Andrea Spatzek spielt gewohnt solide, ist dabei aber weniger Komödiantin, sondern viel mehr Stichwortgeberin für Kalle Pohl, dem das Stück von Erich Virch auf den Leib geschrieben wurde. Pohl kölscht sich durch die Kalauer, wechselt Kleider und Identitäten und ist der unbestrittene Star der Produktion.

Er sorgt für ein flottes Tempo und die meisten der Witze gehen auf seine eigenen Kosten. Momme Mommsen, der den etwas minderbemittelten Vetter Eugen spielt, tut dies offensichtlich mit großem Spaß an der Sache und sorgt ebenfalls für viele Lacher im Publikum.

"Denn sie wissen nicht, was sie erben" ist aber eine durchweg amüsante Farce ohne großen Tiefgang oder Hintersinn. Dem Publikum bescherte sie fast zwei vergnügliche Stunden und dem Ensemble donnernden Applaus.

Termine: Das Stück läuft noch bis zum 26. August, täglich um 20 Uhr, außer montags. Tickets: Komödie, Steinstraße 23, Telefon 0211/32 51 51.