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Kultur Kompakt: Klavierkonzert mit „rheinischer Fröhlichkeit“

Kultur Kompakt : Klavierkonzert mit „rheinischer Fröhlichkeit“

Wie hat man sich das wohl vorzustellen, wenn einst Clara und Robert Schumann gemeinsam musizierten, vierhändig an einem oder zwei Flügeln? Das Klavierduo Schuch/Ensari könnte als Double herhalten. Herbert Schuch, Jahrgang 1979, (geboren in Rumänien, lebt seit 1988 in Deutschland) und Gülru Ensari (geboren in Instanbul, machte 2012 in Köln ihr Konzert-Diplom) sind seit 2014 verheiratet.

Im Rahmen des Schumannfestes 2019 gaben sie gemeinsam einen vierhändigen Klavierabend und präsentierten sich als hochkarätige Kammermusiker.

Gerade bei den vierhändigen Impromptus an einem Klavier, den „Bildern aus Osten op.44“ von Robert Schumann spürte man es: So innig, einfühlsam, mitfühlend und energisch könnte auch das Spiel von Clara und Robert geklungen haben. Es war beeindruckend, wie das Pianisten-Ehepaar Schuch/Ensari Präzision und Klangsinnlichkeit entfaltete, polyphone Fugatos mit filigraner Transparenz und impressionistisch angehauchte Klangflächen bei den von Claude Debussy arrangierten „Sechs kanonischen Studien op.56“ von Robert Schumann  pianistisch brillant umsetzte. Es klang alles so leicht, selbst bei kraftvollen (aber nie kraftstrotzenden) Akkordfolgen.

Begonnen hatte der Klavierabend mit Debussys „En blanc et noir“, ein Werk, das nicht nur auf die schwarzen und weißen Tasten verwies, sondern auch Eindrücke aus dem bereits ein Jahr andauernden ersten Weltkrieg einfing. Die oft zitierte „rheinische Fröhlichkeit“ wurde in Theodor Kirchners Bearbeitung der „Rheinischen Symphonie“ von Robert Schumann erlebbar.

Höhepunkt des Abends war das von Clara für zwei Klaviere bearbeitete „Klavierquintett op.44“ ihres Mannes Robert Schumann. Schuch/Ensari interpretierten das Werk vielgestaltig und so authentisch, als spielten Clara und Robert persönlich im Mendelssohn-Saal der Tonhalle.  Berührend, wie sich beide Hand in Hand den Applaus abholten und sich mit einer Zugabe, einem Brahms-Walzer bedankten.

Es ist traurig, wieviele kulturinteressierte Düsseldorfer diese wunderbare Performance verpasst haben. Es waren kaum mehr als hundert Zuhörer erschienen.