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KIT: Kontrast von Schein und Sein

KIT: Kontrast von Schein und Sein

Junge Bildhauer verwandeln die Tunnelröhre in ein Szenarium, dem man nicht trauen darf.

Düsseldorf. KIT, Kunst im Tunnel, ist dank der Kurven und Verkürzungen des Tunnelstücks stets ein Abenteuer. Diesmal gelingt die Ausstellung, weil Bildhauer mit diesen Raum-Problemen fertig werden. "Believe me. Bildhauerei zwischen Sein und Schein, Wahrheit und Lüge", nennt sich etwas hochtrabend die Schau.

Markus (Maria) Zimmermann verankert den abschüssigen Raum durch eine übermannshohe weiße Koje und ein kühles Licht. Dem Besucher springen optisch-leckere Auslagen entgegen, die an Petit Fours oder Sushis erinnern und erst auf den zweiten Blick ihre optischen Täuschungen aus Styropor, Silikon und Acrylfarbe verraten.

Tina Isabella Hild verbindet Alltagsgegenstände wie eine Kabeltrommel mit zusammengeschnürten Lichterketten zu einer besonderen Lampe, malt Bilder auf Promotionsbretter der Werbung und baut Garderobenständer aus Haltestangen der Berliner U-Bahn, mit Schlaufen aus Latex, die dem scheinbar bekannten Möbelstück eine merkwürdige Sinnlichkeit geben.

Eine Muschel mit übertrieben großer Talmi-Perle, ein vergoldeter Wimpel auf einem Sockel aus einem Tannenzapfen-Konstrukt und ein dümmlicher Holz-Hund beweisen, wie genau diese Kunst von der Wirklichkeit abrückt und doch täuschend echt erscheint. Der Hund ist so bemalt, dass die Fellstruktur "echt" wirkt und mit zwei Karabinerhaken im Wimpel befestigt, als ob er sonst wegrennen würde.

Infos Believe me!, KIT, Kunst im Tunnel, Mannesmannufer 1b, bis 20.April, di - sa 12 bis 19, so + feiertags 11 - 18 Uhr