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Junges Schauspielshaus: Kinder erklären den Ursprung der Welt

Junges Schauspielshaus: Kinder erklären den Ursprung der Welt

„Die Wahrheit über alles, was es gibt“ spielt mit der Fantasie der Besucher.

Düsseldorf. Wie entstand unser Planet? Etwa in einer Woche, in der Bäume und Gras sprießen? Oder entstand sie vielleicht doch durch Explosionen anderer Gestirne und Sonnen? Fragen, die Kinder bewegen ebenso wie ihre Großeltern. Gespräche und Geschichten zwischen Sandkasten und Schaukelstuhl bringt jetzt das Junge Schauspielhaus in einer ungewöhnlichen Aktion auf die Bühne.

„Die Wahrheit über alles, was es gibt“ nennt Autor und Regisseur Daniel Cremer das Projekt, in dem (bis auf ihn selber) keine Profischauspieler auftreten. Es sind Laiendarsteller aus zwei Generationen - von zehn bis 80 Jahren, die für das „Theater-Mobil-Projekt“ seit September 2013 eigene Geschichten schrieben und dabei ihrer Fantasie freien Lauf lassen konnten.

Die Uraufführung der heiteren, flott und frisch inszenierten Szenen-Collage im nahezu ausverkauften Jungen Schauspielhaus überzeugte. Kinder kichern oder lachen laut, die Eltern schmunzeln — wenn der kleine Nils selbstbewusst auf die Bretter tritt und mit seiner frechen Geschichte vom Anfang der Erde oder vom Mann im Mond die Zuschauer für sich gewinnen will. Ebenso heiter und hintergründig wird es, wenn Oma Lisa eine Fabel erzählt — vom goldenen Käfer, der eine Fliege heiratet und bei der Hochzeit von einem Hahn gefressen wird.

Unterhaltsam ist die Performance auch dank der originellen Raumfahrt-Kostüme, der Video-Projektionen von Carl Berzow und Declan Hurley, der atmosphärischen Musikstücke und dank des Nebels, der Kinder samt Großeltern einhüllt und in ferne Galaxien entführt.

Der Clou sind die Miniszenen, in denen die Kinder — wie in einer TV-Show- ihre Fantasiegeschichten zum Besten geben und das Publikum entscheiden lassen — „Wahr? Oder nicht wahr?“. Ob Adrian als Kobold, Nils als Superman und Anti-Boy, oder Paula und Maxime als andere, bizarre Fantasy-Figuren — sie alle beweisen, dass sie zentrale Fragen ihres Lebens reflektieren, und im Kindesalter ihre Geschichten sogar mit trockenem Humor und selbstironischem Blinzeln über die Rampe bringen können.

Geschickt kombinieren Daniel Cremer und seine Crew philosophische Fragen vom Anfang aller Dinge mit spielerischer Leichtigkeit, die der Vorstellungskraft von Kindern ebenso gerecht wird wie der von Erwachsenen. Fazit: Theater von zwei Generationen für drei Generationen.