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Junges Schauspielhaus: Ein Haus erfindet sich neu

Junges Schauspielhaus: Ein Haus erfindet sich neu

Das Theater an der Münsterstraße ist auf Erfolgskurs. "Die Schneekönigin" brachte viele neue Zuschauer.

Diese Zahlen legt Stefan Fischer-Fels gerne vor: 283 Vorstellungen hat das Junge Schauspielhaus in der nun abgelaufenen Spielzeit geboten; mit 32 000 Besuchern kamen so viele wie im Vorjahr an die Münsterstraße. Beim nächsten Punkt seiner Bilanz gerät der Theaterleiter ins Schwärmen: "Wie haben 34 mal ,Die Schneekönigin’ im Großen Haus gezeigt, das bedeutet 20 000 zusätzliche Zuschauer." Unter der neuen Intendantin gab es erstmals eine Zusammenarbeit der beiden Häuser auf der großen Bühne am Gustaf-Gründgens-Platz - es wurde die erfolgreichste Produktion der Spielzeit des Düsseldorfer Schauspielhauses.

"Wir haben uns in den vergangenen vier Jahren neu erfunden. Das brauchte etwas Zeit", erklärt Fischer-Fels. Inzwischen habe sich das Image des ehemaligen Kinder- und Jugendtheaters gewandelt. Heute wird hier nicht mehr ensuite gespielt, die verschiedenen Repertoire-Stücke locken neben den Schulklassen auch Familien und Erwachsene. Denn gutes Theater, so Fischer-Fels, schaut man sich auch am Abend oder am Wochenende an.

Die Schulklassen bezeichnet er als die Lebensversicherung des Jungen Schauspielhauses. Zugleich sind sie sein Sorgenkind: "Es ist geradezu demütigend, wie wir die Lehrer anbetteln müssen, mit den Schülern mal ins Theater zu gehen." Seine Forderung, jeder Düsseldorfer Schüler solle zumindest einmal im Jahr eine Vorstellung besuchen können, sieht er noch längst nicht erfüllt.

Ihre Zusammenarbeit setzen Junges Schauspielhaus und Mutterhaus in der kommenden Spielzeit fort. Geplant ist die Premiere für "Mio, mein Mio" von Astrid Lindgren am 10. November. Als Höhepunkt an der Münsterstraße kündigt Fischer-Fels die Uraufführung von "Unter hohem Himmel: Parzival" (5. September) an. "Diese Geschichte über Zweifel und Hoffnung passt sehr gut zum Spielzeitmotto: Wie leben? Die Utopie vom Glück." Auch das Experiment Theater für Kinder ab zwei Jahre will man nach dem "Mondei", das im Mai Premiere hatte, weiterführen. Am Titel wird noch gearbeitet.

Termin Am Mittwoch, 20. April, feiert das Junge Schauspielhaus, Münsterstraße 446, ab 20 Uhr den Abschluss der Spielzeit.

Programm Auf der Bühne wird an diesem Abend "Schöne neue Welt" gespielt, es gibt Theatersport mit dem Jugendclub, viel Musik und eine Strandlounge.