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Jens-Peter Enk lässt die Bässe wummern

Jens-Peter Enk lässt die Bässe wummern

Die sommerlichen Orgelkonzert in der Neanderkirche sind beliebt und fast immer bis auf den letzten Platz besetzt.

Düsseldorf. "Ein Glück, dass es diesmal nicht so heiß ist", sagt Jens-Peter Enk (Organist der Christuskirche), bevor er zu spielen beginnt. Zum fünften Mal gastiert er nun bei den Sommerlichen Orgelkonzerten in der Neanderkirche. Und wenn draußen hochsommerliche Temperaturen herrschen, heizt sich die Kirche auf und dann wird es manchmal so warm, dass sich ein unangenehmer Film auf die Tasten legt, der beim Spielen etwas stört. An diesem Abend herrschen jedoch Wohlfühltemperaturen von 24 Grad.

Seit mehr als 40 Jahren richtet der evangelische Kantorenkonvent die Konzertreihe aus, und regelmäßig strömen große Besucherscharen in die Neanderkirche an der Bolker Straße. Sowohl alle unteren Kirchenbänke als auch die auf der Empore sind bis auf den letzten Platz besetzt. Denn es gibt Musik vom Feinsten, vor allem viel Bach, dem vielleicht bedeutendsten Orgel-Komponisten der Geschichte. Zudem reizt die warme Lichtstimmung, die entsteht, wenn die Sommerabend-Sonne durch die großen West-Fenster scheint.

An der großen Rieger-Orgel, einer der imposantesten und besten Orgeln der Stadt, nimmt also nun Jens-Peter Enk Platz und greift in die Manuale, die auf drei Ebenen übereinander angelegten Tastaturen. Stücke von Sigfrid Karg-Elert und Franz Liszt erfordern außerdem noch viel Beinarbeit, denn die mit dem Pedal auszuführenden Bassnoten verlaufen mitunter äußerst rasant.

Das Konzert macht viel her. Die Orgel tönt und dröhnt, mit majestätischem Aplomb. Bereits in seiner kleinen Einführungsrede bereitet Enk seine Zuhörer vor: Die 54Studien von Karg-Elert verdichten sich am Ende der Komposition ziemlich stark und wirken fast dissonant.

Die Orgelkonzerte in der Neanderkirche gehören während der Sommerpause zu den wenigen Abenden mit klassischer Musik in Düsseldorf. Kein Wunder also, dass Musikhungrige so gerne dort hingehen. Außerdem ist der Eintritt grundsätzlich frei, doch gibt es nach dem Hörgenuss am Ausgang eine Kollekte.

In diesem Sommer ist sie für die Restaurierung der weltweit einzigen Orgel für drei Spieler von Francesco La Grassa in der Kirche San Pietro auf Sizilien bestimmt.