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Musik: Jazz-Schmiede will mit Videos Musiker unterstützen

Musik : Jazz-Schmiede will mit Videos Musiker unterstützen

Seit der vorübergehenden Schließung wegen des Coronavirus präsentiert man täglich Konzertmitschnitte und möchte das Publikum motivieren, auf den Webseiten der Musiker vorbeizuschauen und Musik zu kaufen.

Von dem aktuell verordneten kulturellen Stillstand ist auch das jazzig pochende Herz der Landeshauptstadt betroffen. Auch die Jazz-Schmiede hat vom 15. März an seine Tore für das Publikum geschlossen. Die Konzertausfälle betreffen unter anderem auch das Festival Spot on Jazz, das für den 20. März im Robert-Schumann-Saal geplant war.

Jazz-Schmiede hat einen großen Fundus an Konzert-Videos

Der Wegfall von Auftrittsmöglichkeiten trifft auch die Musikerinnen und Musiker der Jazz-Szene besonders hart – die freiberuflichen Künstler müssen auch schon ohne Coronakrise nicht selten mit prekären finanziellen Lagen umgehen. Durch das Einfrieren dieser lebendigen und sonst so flirrend vielfältigen Szene, wird die Gesamtsituation der Jazz-Landschaft durchaus bedrohlich. Natürlich kann man versuchen, dem, zumindest im Rahmen, dessen, was möglich ist, entgegenzuwirken. Unabhängig davon wird es auch ganz handfest staatliche Hilfen für Musiker geben müssen – aber dieses Thema muss an anderer Stelle diskutiert werden. Ideell kann man aber auch so helfen, jeder von uns persönlich, vielleicht sogar mit einem kleinen Effekt für die Künstler selbst.

Dies tut auch die Jazz-Schmiede auf eine sehr schöne Weise, die sowohl den Musikern als auch dem jazz-hungrigen Publikum dienlich ist. Seit dem Beginn der vorübergehenden Schließung präsentiert die Jazz-Schmiede jeden Tag eine ausgewählte Konzert-Aufnahme aus ihrem Archiv auf der Website und auch auf Facebook. Dieser „Corona Konzert-Hiatus“ – mit dem Namen bezieht sich man sich auf die zu füllende Lücke, den „Hiatus“ – präsentiert aber nicht nur die Videomitschnitte von Konzerten. Zeitgleich verweist man auch auf Online-Shops oder auch Webseiten der Künstler, mit der Bitte in Betracht zu ziehen, „Musik zu kaufen und die Künstler zu unterstützen.“ „Wem die Musik gefällt, kann die Musiker durch das Kaufen ihrer Musik unterstützen und bekommt dabei noch großartige Musik zurück“, schreiben die Macher der Jazz-Schmiede – in Persona Lars Wallat. Aktuell habe man weit über 100 Videos veröffentlicht und käme mit den täglichen Videos bis Juli – allerdings habe man auch noch zusätzliche Videos in der Schublade, heißt es auf der Webseite.

Am 14. März startete die Aktion mit einem Video von einem Konzert des Subway Jazz Orchestra vom 4. März 2017 (https://youtu.be/uooZh6rFTec). Ein 18-köpfiges Musikerkollektiv mit Musikern der lokalen Szene aus Köln, die mit dem Traditionsklub „Subway“ assoziiert ist. Wer die Gruppe unterstützen möchte, wird beispielsweise auf einen Online-Shop verwiesen, bei dem man das Debut-Album von 2016 „Primal Scream“ erwerben kann.

Am nächsten Tag etwa wurde eine Aufnahme von einem Konzert von Nils Wogram – „Nils Wogram Root 70“ – aus 2018 gepostet (https://youtu.be/hxkqp673UpY). Am 16. März war es das Schmid/Brämswig 4tett, das im Februar 2019 in der Jazz-Schmiede gastierte (https://youtu.be/r86UB3hh4XQ).

Die Reihe wird Tag für Tag fortgeführt. Natürlich kann man auch so einfach aus eigenem Antrieb heraus sich schöne Abende machen mit Mitschnitten von Jazz-Konzerten – vielleicht auch besonders legendäre Höhepunkte aus der Jazz-Geschichte, von denen sich auch manche auf Youtube finden lassen. Indes der Weg, den die Jazz-Schmiede mit eigenen Produktionen wählt, ist schon etwas anderes. Denn so werden ganz bewusst Erinnerungen an vergangene Konzerte – die man vielleicht auch teilweise selbst miterlebt hat – wachgerufen, und man wird motiviert, sollte einem der jeweilige Künstler zusagen, vielleicht doch nochmal einen Blick auf die Website zu werfen und ihn oder sie zu unterstützen.

Die Reihe findet sich auf der Webseite der Jazz-Schmiede:

jazz-schmiede.de/aktuelles/