Immendorffs Malerbienen sollen aufgeteilt werden

Witwe Oda Jaune hatte Uecker-Sohn Marcel verklagt. Anwälte einigen sich auf Vergleich.

Düsseldorf. Die Malerbiene Imme gilt als das letzte Werk von Jörg Immendorff. Dafür existiert die Skulptur aus Goldbronze mit dem Pinsel in der Hand gleich 26 Mal. Zehn Ausgaben in handlichen 50 Zentimetern, 15 Exemplare mit einer Größe von 1,53 Meters und einer „Königsbiene“, die 5,50 Meter groß und viereinhalb Tonnen schwer ist.

Das Problem: Erst drei Immen konnte Galerist Marcel Uecker-Hardung an Kunstfreunde verkaufen. Nun hat Immendorff-Witwe Oda Jaune den 53-Jährigen verklagt. Am Mittwoch einigte man sich auf einen Vergleich.

Kurz vor seinem Tod vor vier Jahren hatte Jörg Immendorff dem Galeristen erlaubt, die Malerbiene in China gießen zu lassen. Dort lagert auch heute noch ein großer Teil der Kunstwerke, darunter auch die Riesen-Biene, für die erhebliche Transportkosten anfallen würden.

Bald stellte sich aber heraus, dass die „Vision von Künstlerfreunden“ in der Realität an ihre Grenzen stieß. „Der erhoffte Preis ließ sich auf dem aktuellen Kunstmarkt nicht realisieren“, so Reinhard Schulz, der Rechtsanwalt von Uecker-Hardung.

Von den verkauften Bienen wurde auch nur eine voll bezahlt. Die anderen beiden wurden von einer Galerie erworben, die inzwischen pleite ist und nur teilweise bezahlt. Trotzdem forderte Oda Jaune 120.000 Euro, die Hälfte des Verkaufserlöses, die für drei Immen angefallen wären. Ihr Argument: Wenn Uecker-Hardung, der Sohn von Nagelkünstler Günther Uecker, Kunstwerke an klamme Kunden verkauft, dann sei das sein Problem.

Nicht geklärt werden konnte auch, was zu den Herstellungskosten vereinbart wurde, denn darüber gibt es keine schriftlichen Vereinbarungen. Einen Zeugen aus China einfliegen lassen wollte der Zivilrichter nicht.

Stattdessen einigten sich die Anwälte auf einen Vergleich: Marcel Uecker-Hardung zahlt einen Betrag von 60.000 Euro an die Oda Jaune. Die restlichen 23 Immen werden zwischen beiden aufgeteilt. Ausnahme: Das Riesen-Exemplar gehört weiter beiden gemeinsam. Den Erlös wollen sie sich teilen. Oda Jaune muss dem Kompromiss noch zustimmen.

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