Hommage an Luise Rainer zum Photo Weekend

Kultur Kompakt : Hommage an Luise Rainer zum Photo Weekend

Hollywood-Fotos der Düsseldorfer Diva.

Michael Blatow ist nicht nur Gründer und Betreiber der Musikakademie Anton Rubinstein im barocken Haus Goldener Helm über dem Spirituosenladen Busch, sondern auch Sammler alter amerikanischer Fotos. Vor allem das Porträt von Luise Rainer hat es ihm angetan. „Sie hat ein unglaubliches Gesicht. Sie war eine sehr gute Schauspielerin und hat in Amerika eine große, wenn auch kurze Karriere gemacht.“ So erzählt Blatow, der in Petersburg mit einem sowjetischen Pass geboren wurde und seit seiner Flucht nach Deutschland stolz auf seinen deutschen Pass ist. In den 1980er Jahren begann er mit dem Sammeln alter Filmstills und Werbeaufnahmen. In Brüssel habe man die Aufnahmen in den Geschäften einfach kaufen können. Sein Spezialgebiet ist die Schauspielerin Luise Rainer. 61 Fotos besitzt er von ihr. Und wenn es sich ergibt, wird weiter gekauft. Der diplomierte Geiger schwärmt angesichts seiner Ausstellung: „Luise Rainer ist eine große Schauspielerin. Sie interessiert mich als Bild, selbst wenn die Haut voller Schminke ist. Ihr Ausdruck ist göttlich.“

Luise Rainer wurde 1910 in Düsseldorf als Tochter eines jüdischen Geschäftsmanns geboren. Sie absolvierte eine Ausbildung bei Louise Dumont und Gustav Lindemann. Ein erstes Engagement hatte sie von 1928 bis 1931 in Düsseldorf. anschließend holte sie der berühmte Regisseur Max Reinhardt ans Wiener Theater in der Josefstadt. Da wurde ein Talentsucher in den Diensten Hollywoods auf sie aufmerksam. Mit 25 Jahren verließ sie mit einem Siebenjahres-Vertrag der Metro Goldwyn-Mayer das nationalsozialistische Deutschland. Michael Blatow sieht darin eine glückliche Fügung: „Sie kam nach Hollywood anstatt nach Auschwitz.“ Mit 27 Jahren gewann sie den ersten Oscar, mit 28 Jahren den zweiten. Eine Blitz-Karriere, die ebenso schnell endete.

Die Ausstellung betrachtet Blatow zugleich als Hommage an die Organisatorin des Photo Weekend, die Galeristin Clara Maria Seels. Er freut sich, dass er eine echte Düsseldorferin zeigen kann. H.M.

Die Eröffnung ist Freitag, 18 Uhr, Flinger Straße 1. Dann gibt es parallel zu den kostbaren Fotos auch musikalische Intermezzi, und zwar zu jeder Stunde, Samstag und Sonntag jeweils von 12 bis 18 Uhr.

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