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Heine-Institut: Freunde erinnern an Thomas Kling

Heine-Institut: Freunde erinnern an Thomas Kling

Eine Ausstellung zum 50. Geburtstag des Dichters. Sie soll Literatur und Biografie verknüpfen.

Düsseldorf. "Es ist ein neuer Schritt", sagt Ute Langanky. Was sich hinter diesem schlichten Satz verbirgt, zeigt die Ausstellung im Heine-Institut und das dazugehörige Buch "den sprachn das sentimentale abknöpfn". Zum 50. Geburtstag des vor zwei Jahren verstorbenen Dichters Thomas Kling haben sich die Kuratorin Heidemarie Vahl und die Künstlerin Langanky daran gemacht, das literarische Werk Klings mit biografischen Zeugnissen zu verbinden.

Zehn Jahre lebte das Ehepaar Kling/Langanky auf der Insel Hombroich. Zwei große Leinwände versetzen den Besucher an der Bilker Straße auf die Raketenstation, die sich von einem Ort der Gewalt und des kalten Krieges zu einem Biotop wandelte, an dem die Kunst Klings gedeihen konnte. Zeigt ein Gemälde die zurück gebliebenen Gebäude aus militärischen Zeiten, vermittelt eine großflächige Fotografie der Natur im Sonnenlicht eine warme Stimmung.

Segel-Motive hängen in einer Serie von Bildern an der Wand. Die Fotografien sind bedruckt mit Gedichten. Immer wieder haben Kling und Langanky gemeinsame Arbeiten gezeigt. Sie verkörperten ein Ideal der Künstlerehe. Und was gab es zuerst, das Wort oder das Bild? Jedes Werk steht für sich, sagt die an der Düsseldorfer Akademie ausgebildete Künstlerin. "Es war nie so, dass das Bild den Text illustriert hat oder der Text das Bild erläutert." Es habe sich eine Dialogsituation ergeben. Sie pocht auf Eigenständigkeit und ergänzt: "Es ist ja so, dass Thomas Kling schon so früh gestorben ist. Ich lebe aber noch."

Zum 50. Geburtstag von Thomas Kling am 5. Juni 2007 wurden 120 Freunde, Vertraute und Weggefährten angeschrieben und um eine Widmung gebeten. 70 Antworten finden sich in dem ausgesprochen schönen Buch, das zur Ausstellung erschienen ist. Friederike Mayröcker, die bewunderte Förderin Klings, ist darunter sowie Durs Grünbein, Norbert Hummelt, Marcel Beyer und ein ehemaliger Lehrer Klings vom Humboldt-Gymnasium. Gedichte, Fotos, beschriebene Begegnungen - in den Erinnerungen kommt der Betrachter diesem außergewöhnlichen Künstler nah. "Es ist ein neuer Schritt, um Dinge weiter am Leben zu erhalten", sagt Langanky.

Die Ausstellung ist bis 5. August im Heine-Institut, Bilker-Straße 12-14, zu sehen. Das Buch gibt es dort für 15 Euro. Die Schau wird am Sonntag, 11 Uhr, im Palais Wittgenstein eröffnet.