Junges Konzert: Harry Potter und das Planetarium der Musik

Junges Konzert : Harry Potter und das Planetarium der Musik

Das Ignition-Konzert in der Tonhalle begeisterte mit Filmmusik von John Williams.

Die speziell für ein junges Publikum gestalteten Ignition-Konzerte der Tonhalle sorgen ohnehin schon oft für einen wundervoll bunt gemischten Publikums-Ansturm. Doch die Ignition zu der Filmmusik von Harry Potter übertrifft alle Erwartungen. Die Tonhalle war ausverkauft und für das Zusatzkonzert am 18. Dezember mit gleichem Programm gibt es inzwischen auch schon keine Karten mehr. Harry Potter und die Musik aus den Filmen scheint – über ein Jahrzehnt nach dem ersten Film im Jahr 2001 – immer noch für eine ungebrochene Faszination zu sorgen.

Die verspielt mysteriöse Melodie von Hedwigs (Harry Potters Schneeeule) Thema ist zu einem klanglichen Synonym für die Welt der Film-Reihe rund um den Zauberschüler geworden. Jeder, der die Filme gesehen hat, wird von den, durch John Williams mit viel Klangmagie komponierten, musikalischen Motiven sogleich in die fantastische Welt von Harry, Ron, Hermine und Co hineingezogen, sobald sie erklingen. Mit den Soundtracks zu den ersten drei Harry-Potter-Filmen hat der inzwischen 86 Jahre alte Filmkomponist auf besonders beeindruckende Weise sein Talent für einprägsame, zeitlose, ja unvergessliche Filmmusik-Motive unter Beweis gestellt. Dabei ließ sich Williams allerdings immer wieder auch von anderen Komponisten inspirieren, bediente sich zugleich auch immer wieder ähnlicher Rezepte. Die aber so gut funktionieren, dass es kaum verwundert, dass der typische Williams-Sound so viele Menschen im Innersten berührt.

Die Düsseldorfer Symphoniker unter der Leitung von Jesko Sirvend spielten aber nicht nur prägnante Stücke aus den Soundtracks zu den ersten drei Filmen wie Hedwigs Thema, Nimbus 2000, The Chamber of Secrets oder Windows to the past. Das von Ren Kühn moderierte Konzert setzte die Harry-Potter-Musiken mit anderen Werken des Komponisten und auch weiteren Beispielen aus der Musikgeschichte in Beziehung. Die Musik zu „Kevin allein zu Haus“ atmet den gleichen Geist wie die mitziehenden romantisch-nostalgisch anmutenden Harry-Potter-Träumereien. Es gibt bestimmte Instrumente, die besondere Stimmungen erzeugen können. So die Celesta – ein Glockenspiel-Klavier –, die auch bei Hedwigs Thema ihren großen Auftritt hat und für die märchenhaften Assoziation sorgt. Es gibt verblüffende Ähnlichkeiten zwischen dem Prolog zu Bernsteins West Side Story und der Musik zu der „Knight Bus“-Szene. In der Harry von einem Tripel-Decker-Bus für gestrandete Hexen und Zauberer aufgegriffen wird und eine mehr als rasante Fahrt erlebt. Die melancholisch gefärbte Musik „Windows to the past“, die bei Erinnerungen Harrys an seine Eltern und Kindheit aufkeimt, bedient sich ähnlicher stilistischer Mittel wie Passagen aus Tschaikowskys Schwanensee. Auch, dass Williams sich von Schostakowitsch hat inspirieren lassen, verwundert wenig. Und dennoch klingt Williams immer nach Williams.

Moderator Kühn und Sirvend erklärten dem Publikum auf oft witzige Weise immer wieder mögliche Bezüge. Auf der großen Leinwand über dem Orchester wurden passend abstrakte Video-Sequenzen (Fritz Gnad) gezeigt, in die Live-Aufnahmen vom Orchester und Dirigenten hineingemischt sind. Die Regie dieses wirklich zauberhaften Abends führte Jörg Mohr.