1. NRW
  2. Düsseldorf
  3. Kultur

Diskussion: Grüne wollen Theatergipfel ausrichten

Diskussion : Grüne wollen Theatergipfel ausrichten

Private Theater beantragen Fördermittel von der Stadt, Politiker sind skeptisch.

Düsseldorf. 250 000 Euro pro Jahr — wie die WZ berichtete wollen die Intendanten von Theater an der Kö und Komödie diese Summe als regelmäßige Förderung bei der Stadt beantragen. Ein entsprechendes Schreiben gibt es bereits. Bei den beiden Häusern handelt es sich um privat geführte Boulevardtheater, deren Direktoren kritisieren, dass das Schauspielhaus trotz schlechter Besucherzahlen Millionen von Stadt und Land erhalte, kleine, gut geführte Privattheater hingegen leer ausgingen.

Diskussion: Grüne wollen Theatergipfel ausrichten

„Wir müssen uns fragen, warum FFT und Marionetttheater gefördert werden, Komödie und Theater an der Kö hingegen nicht“, sagt Friedrich Conzen (CDU), Bürgermeister und Vorsitzender des Kulturausschusses. „Wir haben beim Open-Source-Festival mit seinem jungen Publikum geholfen, warum nicht auch da helfen, wo ältere Menschen kulturell versorgt werden.“ Sogar regelmäßige Zuschüsse von der Stadt kann sich Conzen vorstellen. Aber: „250 000 Euro je Theater ist ziemlich hochgegriffen.“

Diskussion: Grüne wollen Theatergipfel ausrichten

Das sieht auch Cornelia Mohrs so, kulturpolitische Sprecherin der SPD. „Die Komödie hat gerade von uns 77 000 Euro bekommen, weil die Existenz des Hauses bedroht war. Wenn nötig ist helfen wir. Jedoch nicht in einer Größenordnung wie sie hier genannt wird.“

Es sei im Einzelfall abzuwägen, unter welchen Bedingungen, städtische Mittel verteilt würden. „Per se absagen“ wolle sie Komödie und Theater an der Kö allerdings auch nicht. „Wir müssen uns mit der Kulturverwaltung zusammensetzen und schauen, wie wir künftig mit den Forderungen privater Kultureinrichtungen umgehen.“

Das passt zu einem Vorhaben der Grünen. „Wir wollen einen Theatergipfel mit allen Beteiligten veranstalten“, kündigt die grüne Kulturpolitikerin Clara Deilmann an. Eine regelmäßige finanzielle Förderung privater Theater schließt sie aber aus. „Sie sind ohne Frage sehr wichtig für die kulturelle Vielfalt in unserer Stadt. Jedoch haben sie einen anderen Auftrag als etwa das Schauspielhaus. Boulevardtheater unterhalten, das Schauspielhaus muss innovativ sein, künstlerisch hochwertige Ergebnisse bringen und gesellschaftliche Diskussionen anstoßen.“