Giorgio Moroder: Nostalgiereise in Düsseldorf beim späten Bühnendebüt

Konzert : Giorgio Moroder: Nostalgiereise in Düsseldorf beim späten Bühnendebüt

Der Produzent zahlreicher 80er-Jahre-Hits hat sich erst spät dazu entschieden, auf die Bühne zu gehen. Das Publikum dankte es mit Tanz zwischen den Stühlen.

Es muss sich schon um eine Musikgröße wie Hansjörg „Giorgio“ Moroder handeln, wenn jemand mit 78 Jahren zum ersten Mal eine Livetour macht und damit Europas Hallen füllt. Der Produzent, der den Klang der Achtziger wie kaum jemand prägte, traut sich nach seinem Wirken im Hintergrund noch einmal auf die Bühne und feierte am Sonntag auch in der Mitsubishi-Electric-Halle seine Musik. Seine zusammengestellte Band hatte dabei keine leichte Aufgabe, die Lieder von so vielen Künstlern wie David Bowie oder Donna Summer zu performen. Doch gerade die Sänger wussten das Publikum mitzureißen.

Versprochen wurde für dieses Debüt aber mehr als nur die Musik. Eine spektakuläre Bühnenshow sollte „seine“ Ära würdigen. Tatsächlich nimmt das Bühnenbild die Besucher in seinen Nostalgie-Bann. Bei „Love to Love You Baby“ wird auf dem Bildschirm eine Windschutzscheibe mit Blick auf den Highway gezeigt und in Neonlicht getaucht. Auch sonst werden viele klassische Bilder aufgenommen, mit an Filme wie „Tron“ erinnerndem blauen Rastermuster.

Eigentlich ist die Show für ein Konzert nicht außergewöhnlich und wirkt fast schon kitschig. Sie erfüllt aber ihren Zweck und sorgt zusammen mit Moroders charakteristischem Synthesizerklang dafür, dass das Publikum in der eigentlich bestuhlten Halle den Platz zwischen den Sitzen als Tanzfläche nutzt. Das Publikum ist dabei sehr gemischt zwischen denen, die schon damals zu den Produktionen von Moroder getanzt haben, und denen, die damals noch gar nicht gelebt haben dürften. Deutlich zurückhaltender wirkt Moroder selbst. Umringt von seiner Band und hinter einem Pult mit Synthesizern stand er nicht an vorderster Reihe, sondern wirkt im Hintergrund. Eine Rolle, in der der Produzent sich sichtlich wohlfühlt, selbst wenn die Leute eigentlich wegen ihm da sind.

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