Fotograf Manfred Tischer ist tot

Fotograf Manfred Tischer ist tot

Der Kunstverein trauert um seinen Dokumentaristen.

Düsseldorf. Der Fotograf Manfred Tischer ist tot. Er starb im Alter von 82 Jahren. Am Freitag wird er auf dem Südfriedhof beigesetzt. Tischer gilt als Dokumentarist der Aufbruchsjahre in der Düsseldorfer Kunst. 1958 gab es erste Kontakte zu Joseph Beuys, von da an bis 1985 hielt er die aufblühende Szene in ihren Stars und Sternchen fest, seit 1960 als Hausfotograf des Kunstvereins, seit 1967 auch der der Kunsthalle. Es entstanden Bilder von Yves Klein kurz vor dessen Tod 1962 oder von Eva Hesse. Er war jedoch kein Freund menschenleerer Ausstellungshallen, wo nur die Kunst zählte. Ihn interessierte das Milieu, die menschliche Situation, wenn etwa Gerhard Richter 1971 vor seinen Farbtafeln stand und seinen Arm über seine kleine Tochter Betty legte. Oder wenn er mit Konrad Klapheck parlierte, beide korrekt wie Banker gekleidet. Seine Grundhaltung umriss er so: "Fotografie ist eine Frage der Geschwindigkeit. Ich arbeite ohne zwölf Blitze oder Scheinwerfer, mit einer Kamera, die ein unauffälliges, ruhiges Vorgehen erlaubt." Damit geriet er in der immer schnelllebigeren Zeit ins Abseits. Schwarzweiß und analog, wer wollte das schon. Erst in den letzten Jahren gab es große Museumsankäufe von der Beuys-Sammlung Schloss Moyland und vom Centre Pompidou für Yves Klein.

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