Förderpreise: Auszeichnungen für Nachwuchskünstler

Förderpreise: Auszeichnungen für Nachwuchskünstler

Die Förderpreise der Stadt wurden am Dienstag im Kunstraum verliehen. Sie sind mit jeweils 4000 Euro dotiert.

Düsseldorf. Traditionell in der Vorweihnachtszeit zeichnet die Landeshauptstadt Düsseldorf junge talentierte Künstler mit Förderpreisen aus. Diese sind mit jeweils 4000 Euro dotiert. Sie werden in den Sparten Bildende Kunst, Darstellende Kunst, Musik und Literatur vergeben.

Foto: Gert Weigelt/Maren Schäfer

Die Förderpreise für Bildende Kunst gehen 2017 an Liza Dieckwisch (Malerin) und Robert Olawuyi (Medienkünstler). Im Bereich Darstellende Kunst werden Ann-Kathrin Adam (Tänzerin) und Rymon Zacharei (Tänzer), bekannt als Rayboom, ausgezeichnet. Die Förderpreise für Musik erhalten „Heinzen-Mead“ (Duo) und „Gato Preto“ (Band). Im Bereich Literatur wird Marlene Röder (Autorin) geehrt. Den Förderpreis für Wissenschaften bekommt Junior-Professorin Dr. Annika Herr.

„Malerei ist ein Annäherungsversuch, um zu verstehen, ob die Welt in ihrer Komplexität abbildbar und begreifbar ist. Liza Dieckwisch lässt sich auf diese Erkundung unbeirrt ein und nimmt Farbe, Form und Material zum Anlass, um die Eroberung des Raumes durch Malerei zu erproben und ausufernde Konglomerate herzustellen“, so die Jury in ihrer Begründung, Liza Dieckwisch den Preis in der Kategorie Bildende Kunst zuzusprechen. Die Künstlerin wurde 1989 in Kiel geboren, studierte zwischen 2009 und 2015 an der Kunstakademie Düsseldorf.

Nach seinem Studium der Kunstgeschichte in seiner Heimatstadt Budapest, studierte Robert Olawuyi in Köln an der Kunsthochschule für Medien „Audiovisuelle Medien“, bevor er 2010 bis 2013 Zweithörer an der Kunstakademie Düsseldorf in der Klasse von Prof. Marcel Odenbach wurde. Seit 2014 ist er dort als Lehrbeauftragter im Fachbereich „Video“ tätig. „Während seine technisch versierten Videos und Installationen in einem Moment noch unterhalten und faszinieren, fördern sie im nächsten Moment unangenehme und bedrohliche Tatsachen zu Tage“, urteilt die Jury.

Ann-Kathrin Adam, die Tänzerin in Schläpfers preisgekrönter Compagnie des Ballets am Rhein, wurde für ihre ausgereifte Tanztechnik und besondere Ausdruckskraft von der Jury ausgezeichnet: „Sie verkörpert das Ideal einer zeitgenössischen Prima Ballerina im emphatischen Sinne; Eine, die wie selbstverständlich alle technische Schwierigkeit der zu interpretierenden Partie meistert, technische Perfektion aber nicht zum Selbstzweck erhebt, sondern als Fundament begreift.“ Seit der Spielzeit 2005/06 gehört die im Klassischen Tanz an der John Cranko Schule in Stuttgart ausgebildete Tänzerin zum Ballettensemble der Deutschen Oper am Rhein, das 2009 von Martin Schläpfer als Ballett am Rhein neu formiert wurde. Als nächstes ist sie in seiner Uraufführung „Roses of Shadow“ zu erleben, deren Premiere am Samstag im Düsseldorfer Opernhaus gefeiert wird.

Die Jury begründete die Auszeichnung des Tänzers Rymon Zacharei wie folgt: „Rymon Zacharei — international unter dem Künstlernamen Rayboom bekannt — ist eine in vielerlei Hinsicht außergewöhnliche Künstlerpersönlichkeit. Er ist einer der prägenden Künstler der aktuellen HipHop-Szene.“

Das Liederduo „Heinzen-Mead“ hat bereits einige Wettbewerbspreise gewonnen und zeigt vermehrt sein Können auf den Bühnen des klassischen Konzertbetriebs. Die beiden Musiker lernten sich an der Robert-Schumann-Hochschule kennen. Franziska Heinzen, gebürtige Schweizerin, bis dahin mit dem Schwerpunkt Operngesang unterwegs, und Benjamin Mead, britisch/polnischer Abstammung und damals auf den Bachelor in Klavierpädagogik konzentriert, entdeckten gemeinsam das Kunstlied für sich.

Ganz anders die Band „Gato Preto“. Die Jury begründete die Auszeichnung der Band wie folgt: „Die Band ‘Gato Preto’ vereint zwei langjährige Protagonisten der Düsseldorfer Musikszene: die Sängerin und Rapperin Carmen Brown und den Produzenten David Lee Micah. Seit 2013 sind sie als Gata Misteriosa und Lee Bass unter dem Zeichen der ‘Schwarzen Katze’ — so die Übersetzung des portugiesischen Bandnamens - musikalisch unterwegs. Den Ansatz des Duos mit Wurzeln in Portugal, Mosambik und Ghana verdeutlicht das aktuelle Album „Tempo“.

Seit ihrem 14. Lebensjahr schreibt Röder eigene Erzählungen. Damals war sie so alt wie nun viele ihrer Leserinnen und Leser. „Marlene Röder, die sich erzählerisch vor allem im Bereich der Belletristik für Jugendliche und junge Erwachsene ab 14 Jahren bewegt, versteht sich insbesondere darauf, das emotionale Erleben ihrer Protagonisten aus verschiedenen Perspektiven spannend und berührend zu erzählen“, urteilt die Jury.

„Dr. Annika Herr (geboren 1980) ist eine der bekanntesten jungen Gesundheitsökonomen Deutschlands. Trotz ihres jungen Alters hat sie schon sehr wichtige Beiträge zu diversen gesundheitsökonomischen Themen geleistet. Die empirische Gesundheitsökonomie ist in Deutschland noch relativ schwach entwickelt. Frau Herr trägt mit ihrer Forschung dazu bei, diese Forschungslücke zu schließen“, so die Jury. Seit 2012 ist Annika Herr als Junior-Professorin für Volkswirtschaftslehre mit dem Schwerpunkt Gesundheitsökonomik an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf tätig.