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Flamenco und Hip-Hop fast wie die Profis

Flamenco und Hip-Hop fast wie die Profis

Tanzhaus NRW: Nach jedem Semester zeigen die Schüler ihr Können – das motiviert für die Kurse, weil Freunde und Bekannte zugucken.

Düsseldorf. Elegant schreiten die Tänzerinnen in einer Formation auf die Tanzbühne. Die Haare streng zurück gebunden. Voller Konzentration warten sie auf den Einsatz der Musik. Die ersten Töne erklingen. Live spielt der Gitarrist ein Flamenco-Stück auf seiner Akustikgitarre. Im Rhythmus der Musik schlagen die Absätze der Tänzerinnen auf den Bühnenboden. Ihre langen Röcke wirbeln um sie herum.

Auch wenn es manchmal so scheint, Profitänzer stehen am Freitagabend im Tanzhaus NRW nicht auf der Bühne. Wie nach jedem Semester, in die das Kursjahr unterteilt ist, zeigen die Schüler, was sie gelernt haben. "Auch Anfänger können nach einem Semester schon eine präsentable Leistung auf der Bühne darbieten", sagt Leiterin des Bildungswerks der Tanzhaus Akademie, Dorothee Schackow. "Die Kurteilnehmer werden motiviert und haben während des Kurses ein Ziel vor Augen, nämlich am Ende des Semesters einen erlernten Tanz vor Publikum zu zeigen."

Freunde und Eltern sitzen hauptsächlich in den Zuschauerreihen. Stolz wird der Auftritt der Tochter oder des Sohnes filmisch dokumentiert. Während einige Tanzschüler schon beinahe professionell ihren Auftritt meistern, schielen andere noch schemenhaft auf die Füße des vorderen Tänzers.

Jede Woche finden an der Akademie etwa 200 Kurse statt. Zusätzlich werden Workshops angeboten, die nur wenige Stunden oder Tage dauern. 80 professionelle Dozenten lehren die unterschiedlichsten Stilrichtungen, von Flamenco über Modern Jazz bis hin zu Hip-Hop. Diese unterschiedlichen Facetten des Tanzes haben über 30 Tanzgruppen am Freitag gezeigt.

Dabei erfreut sich eine Tanzrichtung gerade unter den Jugendlichen besonderer Beliebtheit: "Wir sind die federführende Schule in Sachen Hip-Hop. Alle Facetten werden unterrichtet. Ob House, Krumping oder Locking", sagt Organisatorin des Teilnehmerfestes Renate Meyers. Der 18-jährige Kevin Schmid tanzt seit zwei Jahren Popping und House. Seit einem Jahr trainiert er an der Akademie.

"Ich trainiere hier einmal pro Woche, das macht wirklich Spaß", sagt er. Wer zwar gern Hip-Hop tanzen will, sich aber nicht zwischen die beweglichen Jugendlichen traut, kann an einem Kurs für Personen ab 40 Jahen teilnehmen. "Das ist wirklich wahr", bekräftigt Meyers. Zudem sei dieser Kurs besonders beliebt. Für einen normalen Kurs zahlt man durchschnittlich etwa 200 Euro pro Semester. Tanzkurse für Kinder sind günstiger. Eine Stunde kostet für sie etwa fünf Euro.