Filmmuseum: Dracula und Freunde lassen bitten

Filmmuseum: Dracula und Freunde lassen bitten

Das Filmmuseum widmet sich dem Vampirkult und zeigt die Superstars unter den Blutsaugern.

Düsseldorf. Bernd Desinger hat sich schon häufiger gefragt, wie das damals mit den Bluttransfusionen wohl abgelaufen sein könnte. Der Leiter des Filmmuseum hat keine abartige Neigung, jedoch ein großes Interesse für den Vampirkult im Film. Als er seine neue Ausstellung „Fürsten der Finsternis — Vampirkult“ vorbereitete, fiel ihm ein, dass Francis Ford Coppola einer der wenigen Regisseure ist, der bei seiner Dracula-Verfilmung eine imposante Blutpumpe einsetzte.

Desinger besorgte eine solche Maschine aus einem medizinhistorischen Institut und lernte obendrein, dass man es weder in der Fiktion noch in der Wirklichkeit mit Blutübertragungen sehr genau nahm. „Es wurde Schafsblut übertragen. Das überlebte man oder eben nicht.“

Die Blutpumpe ist neben weiteren interessanten Exponaten wie einem Faksimile des Originalromans „Graf Dracula“ (1897), Originalrequisiten und Fotos von frühen Dreharbeiten ab dem 28. Juni im Filmmuseum zu sehen. „Wir folgen der Blutspur aus den Burgen in Transsilvanien bis in die heutigen Kinderzimmer“, sagt Desinger.

Und somit auch der Entwicklung vom Ungeheuer Nosferatu bis zum Sensibelchen, das Brad Pitt 1994 in „Interview mit einem Vampir“ verkörpert oder den politisch korrekten High-School-Untoten aus der Twilight-Saga.

Gegenüber den großen Meistern jedoch verblassen die Youngster. Unvergessen ist Christopher Lee, der Dracula ab 1958 als Verführer prägte, an seiner Rolle jedoch später kein gutes Haar mehr ließ. Als Superstar ging unangefochten Bela Lugosi in die Vampirfilmgeschichte ein. Er war 1931 in dem Klassiker schlechthin, in Tod Brownings „Dracula“ zu sehen.

Die Frauen schrieben haufenweise Fanpost, und Lugosi genoss den Ruhm. Als man ihn fragte, ober er nicht einmal ein anderes Monster, den Frankenstein, spielen wolle, lehnte er ab. Zu wenig Text, zu mordlustig. „Dracula hat eben das höchste Niveau“, sagt Desinger, der jedoch die ganze Ahnengalerie von Draculas, Nosferatus und anderen Untoten abbilden wird.

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