Festival "Klangräume Düsselorf" geht in die sechste Runde

Festival : Das Grundgesetz wird in Musik verwandelt

Am Sonntag startet das Musik-Festival „Klangräume Düsseldorf“. Auch in einem Abwasser-Kanal wird wieder gespielt.

Als Miro Dobrowolny 2013 „Klangräume Düsseldorf“ ins Leben rief, bescherte er der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt das erste Festival für Neue Musik. Der Geiger, Komponist und Dirigent wollte die Szene der Neuen Musik in der Düsseldorfer Musiklandschaft stärken, seinerzeit sei sie noch unterrepräsentiert gewesen, sagt Dobrowolny. Inzwischen haben sich die Vertreter der „unklassischen“, experimentellen, zeitgenössischen Musik besser in der Stadt vernetzt. Am 30. Juni geht „Klangräum Düsseldorf“ in die sechste Runde.

Das ungewöhnlichste Projekt des Festivals dürfte die „Grundgesetz-Suite“ am 30. Juni um 18 Uhr in der Bergerkirche sein: Zwölf Komponisten, darunter auch Dobrowolny, vertonen jeweils einen Paragraf aus der deutschen Verfassung. Den Anlass bildet der 70. Geburtstag des Grundgesetzes und der Bundesrepublik Deutschland. Jede Komposition dauert nicht länger als vier Minuten, so dass das Stück etwa eine Stunde umfasst. Die Vertonung der Paragrafen kombiniern die Musiker des Art Ensemble NRW mit Partien aus „Die Kunst der Fuge“ von Johann Sebastian Bach. Nicht nur Klänge werden zu hören sein, sondern auch Gesang, so wird der Leitsatz aus dem ersten Grundgesetz-Artikel „Die Würde des Menschen ist unantastbar“ verstimmlicht.

Ebenfalls spannend dürfte „Cinema! – Surreal“ am 2. Juli um 20 Uhr im Klangraum 61 werden. Violoncellist Othello Liesmann und Pianist Theodor Pauß spielen live zu den Stumm-Filmen „Entr’acte“ (1924) von René Clai, „Ballet mechanique“ (1924) von Fernand Léger, „Emak Bakia“ (1926) von Man Ray und „Vormittagsspuk“ (1928) von Hans Richter.

Ein besonderes Erlebnis verspricht auch wieder das Kanalkonzert „Canale!“ zu werden. Am 5. Juli spielen Mitglieder des Art Ensemble NRW und Gäste zum fünften Mal im Abwasserkanal in Golzheim. Ab 17 Uhr spielen sie im unterirdischen Tunnel auf über 170 Metern Länge vier Konzerte.

www.klangraum61.de