Festival „Jüdische Welten“: Leben abseits des Holocaust

Festival „Jüdische Welten“: Leben abseits des Holocaust

Das Festival „Jüdische Welten“ zeigt vielseitige Einblicke in jüdisches Leben.

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p class="text"><strong>Düsseldorf. Acht Filme über jüdisches Leben sind zwischen dem 8. und 13. Dezember beim Kinofestival "Jüdische Welten" in der Black Box, Schulstraße 4, zu sehen. "Wir möchten mit der Reihe auf jüdische Themen abseits von Holocaust und Nahostkonflikt aufmerksam machen", beschreibt die Festival-Leiterin Erika Rubinstein die Auswahlkriterien. In keinem der Filme stehe eines dieser Themen im Mittelpunkt, "wenngleich sie im Hintergrund jeder jüdischen privaten Geschichte lauern". Bei der dritten Auflage des Festivals der jüdischen Gemeinde Düsseldorf und der jüdisch-amerikanischen Organisation "Joint" solle es "außerhalb der politischen Konflikte" vielmehr um jüdische Kultur, Mentalität und Traditionen gehen, sagt die Anfang der 1990er Jahre aus Estland eingewanderte Filmwissenschaftlerin. Anliegen sei es, auch einem nichtjüdischen Publikum "das jüdische Universum näherzubringen". Bis auf einen Film sind die Streifen noch nie im deutschen Verleih gewesen und werden in Originalsprache, mit englischen Untertiteln und deutscher Simultanübersetzung gezeigt. Erstmals wird das Festival vom Land NRW und der Stadt Düsseldorf unterstützt.

Das Programm "Jüdische Welten" vom 8. bis 13. Dezember

Eröffnung Das Filmfestival wird am Samstag, 8. Dezember, um 19 Uhr mit dem sowjetischen Stummfilm "Das jüdische Glück" (1925) eröffnet. Der Film wird durch Live-Musik des Kinopianisten Aljoscha Zimmermann begleitet. Im Anschluss gibt es einen Empfang mit orientalischen Speisen.

Kinder Der deutsche Jugendfilm "Max Minsky und ich" (2007) ist am Sonntag, 9. Dezember, 14 Uhr, in Anwesenheit der Regisseurin zu sehen.

Religion Von den Nachkommen der spanischen Juden, die vor der Inquisition nach Südamerika flohen und den katholischen Glauben annehmen mussten, erzählt der Film "The Longing: The forgotten Jews of South America" (USA/2007), der am Sonntag, 17 Uhr, zu sehen ist.

Kibbuz Der oscarnominierte Film "Sweet Mud" (Israel, Deutschland, Japan/2006), Sonntag, 20 Uhr, hat die Gemüter in Israel sehr bewegt. Gezeigt wird das Leben einer labilen Frau in einem Kibbutz.

Dokumentation In Form eines Thrillers erzählt "In Satmar Custody" (Israel/2003) den Skandal um die Satmar-Juden in New York, die einer jemenitisch-jüdischen Familie alle Kinder wegnehmen. Zu sehen ist er Montag, 10. November, um 19 Uhr.

Identität "King of Beggars" (Israel, Litauen/2003) am Dienstag, 11. Dezember, 19 Uhr, ist eine Metapher der Juden damals und heute. Hauptdarsteller und Produzent Shahar Sorek aus Hollywood ist dabei.

Komödie "Gorgeous" (Frankreich/2006) zeigt am Mittwoch, 12.Dezember, 19Uhr, eine verrückte jüdisch-sephardische Familie in Paris, die von starken Frauen angeführt wird.

Historie In die Antike führt der kanadische Film "Exodus Decoded" (2006) am Donnerstag, 13. Dezember, 19.30 Uhr. James Cameron ("Titanic") hat den Film produziert, der der Frage nachgeht, ob der in der Bibel beschriebene Exodus der Juden aus Ägypten wirklich stattgefunden hat.

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