Familie Malente: Akrobaten der Verkleidungskunst

Familie Malente: Akrobaten der Verkleidungskunst

Familie Malente lädt zur Zeitreise in die 80er Jahre ein. Ihr Stück heißt „99 Luftballons“.

Düsseldorf. Endlich! Sie sind wieder da. Die Familie Malente, die bereits 2010 und 2011 die Komödie mit einem Schlager-Revival der 60er und 70er Jahre zum Kochen und Mitsingen brachte.

Ab Mittwoch geht’s wieder rund, diesmal um die 80er. Mit „99 Luftballons“ erinnern Peter und Vico Malente an den Friedens-Song von Nena, international einer der erfolgreichsten Popsongs in deutscher Sprache. Ebenso an Romina Power, Modern Talking und Co. Das dritte Mal in Düsseldorf.

„Wunderbar, wir haben hier viele Fans und lieben die kleinen Restaurants, besonders in der Carlstadt“ begeistern sich die zwei Verkleidungs-Akrobaten, die seit zehn Jahren ihre Schlagerraketen hochgehen lassen und Furore damit machen — mit Perücken und Original-Klamotten.

Bis zu 220 Shows absolvieren sie pro Jahr. Immer dabei ihr Vierbeiner, ein Parson Jack Russell, den sie auf den Namen „Torriani“ getauft haben. Welcher Name liegt näher, wenn sich schon einer von ihnen Vico nennt!

Was ist neu in der Show? Erstmals singen die Verwandlungskünstler und Verkleidungs-Akrobaten auch englische Songs. Und: „Bei den 60ern und 70ern stützten wir uns auf Erfahrungen von Eltern und Großeltern. Die 80er haben wir miterlebt, wenn auch als Kinder“, erklärt das erfolgreiche Malente-Duo — mit richtigem Namen Knut Vanmarke (39) und Dirk Vossberg (45).

Außerdem schrieben sie für „99 Luftballons“, die schon an 150 Abenden in ausverkauften Häusern lief, eine Handlung: Alles dreht sich, tanzt und schnulzt in einer lindgrünen WG-Küche.

Mittendrin eine Hausmeisterin mit Riesen-Gebiss, ein Klassenstreber und eine flippige Hausbesetzerin. Hier drücken sie auf den Rückspulknopf. Und ab geht’s in die Dekade, als die Nation gebannt vor der Glotze saß, sich an „Denver-Clan“ und „Dallas“ ergötzte, an „Lindenstraße“ und Rudi Carrells erster Kuppelshow „Herzblatt“. Ihr Fett abbekommen sollen auch Professor Brinkman und die Schwarzwaldklinik, Prinz Charles und Lady Diana. Immerhin war ihre Hochzeit das Event der frühen 80er. Nostalgie, Nostalgie!

Dazu passen Schulterpolster und grelle Neonfarben, karierte Bundfaltenhosen und Netzhemden. Hitparaden-Nummern, Werbesprüche und Kultsendungen — all’ das kredenzen sie mit ironischem Zwinkern. Von Hamburg bis Wien, von Basel bis Berlin versetzen sie ihr Publikum in eine Zeitreise. Der bei Siegburg geborene Vanmarke, der sich nach dem Abi zum Musicaldarsteller ausbilden ließ, und der Hamburger Vossberg, der eine klassische Schauspielschule absolvierte und auf Provinzbühnen seine ersten Sporen verdiente.

Kennen lernten sie sich in den 90ern in der 50er-Jahre Show „Fifty, Fifty!“ in der Hamburger Off-Szene, in Schmidts Tivoli-Theater. 2003 entschlossen sie sich zu einem Programm und gründeten die Familie Malente. Mit dem Kunst-Namen huldigen sie ihre Idole, die Valentes und die Geschwister Pfister.

Dass eine schleswig-holsteinische Stadt, bekannt als Sporttrainingslager, so heißt? Reiner Zufall. Der Erfolg ihrer pfiffigen Mixtur aus Parodie, Travestie und Ohrwürmern gibt ihnen recht. Die zwei sind bis 2015 ausgebucht und basteln gerade an ihrer Jubiläums-Show („10 Jahre Familie Malente“), die im Sommer im Hamburger Ohnesorg-Theater herauskommen soll.

Das Traditionstheater am Heidi-Kabel-Platz 1 ist seit langem ihr Stammhaus. Klar, dass dessen Direktor Christian Seeler ihr Agent ist und am Mittwoch zur Premiere anreist.

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